"Frauen und Männer - die fiktive Doppelmasse?"

20. Oktober 2009, 16:29
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Gesellschaft für Masse und Macht diskutiert Geschlechterverhältnisse

Unter dem Titel "Frauen und Männer - die fiktive Doppelmasse?" findet das diesjährige Canetti-Symposium in der Wiener Urania statt. Vom 29. Oktober bis 1. November werden dort neben Vorträgen und Diskussionen internationaler ExpertInnen auch Workshops zum Thema Geschlechterverhältnisse geboten.

Die "Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung" verwendet für ihre Jahreskonferenzen Texte aus Elias Canettis "Masse und Macht", um darüber im hier und jetzt zu diskutieren. Die Kenntnis von Elias Werk ist aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme am Symposium. Neben Workshops wie "Chi Gong für Frauen und Männer" und Selbstverteidigungskursen für Frauen werden Vorträge und Diskussionen mit internationalen ExpertInnen zu Canetti bzw. zu Geschlechterfragen geboten. Geladen sind zum Beispiel die Journalistin Corinna Milborn, die deutsche Geschlechterforscherin Gudrun-Axeli Knapp, Wirtschaftsforscher Guido Strunk (Co-Autor der Studie "Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen") und Literat Franz Schuh.

Programm:

  • Donnerstag 29. Oktober 2009:

19:00 Uhr: Begrüßungsworte durch Erhard Chvojka, Direktor der Wiener Urania
Eröffnung: Andreas Mailath-Pokorny, amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien
Corinna Milborn (Wien):  Macht über Körper. Frauenhandel als Symptom globaler Machtungleichgewichte
Gudrun-Axeli Knapp (Hannover): Kurskorrekturen. Feministische Theorie in Bewegung

(anschließend Diskussion)

  • Freitag 30. Oktober 2009

17:00 Uhr: Karin Zogmayr (Wien): Entflammter, Zauberer, Monster. Elias Canetti und die Frauen
18:00 Uhr: Petra Kuhnau (Berlin): Die Doppelmasse „Männer und Frauen" und die Macht der Geschlechter. Canettis geschlechtsspezifische Konstruktionen von Masse und Macht

(anschließend Diskussion)

19:00 Uhr: Elisabeth Holzleithner (Wien): Zwischen Gleichheit, Differenz und Diskriminierung: Geschlechterfragen im Rechtsdiskurs
20:00 Uhr: Peter Döge (Berlin): Trägheit und Dynamik. Männer und Männlichkeiten zu Beginn des 21. Jahrhunderts

(anschließend Diskussion)

  • Samstag 31. Oktober 2009

15:00 Uhr: Chi Gong für Frauen und Männer. Workshop, Leitung: Huey Ming Tsai
17:00 Uhr: Hiltrud Gnüg (Bonn): Eros und Emanzipation in der zeitgenössischen Lyrik
18:00 Uhr: Kirsten-Smilla Ebeling (Oldenburg): Die Un/Natur der Geschlechter

(anschließend Diskussion)

19:00 Uhr: Ina Freudenschuß (Wien): Liebe ohne Geiz. Emanzipation in alternativen Beziehungsformen am Beispiel der Polyamory
20:00 Uhr: Andrea B. Braidt (Wien): Sex-Positivismus, Postpornographie, Kontra-Sexualität. Feministische Konzepte von Sexualität seit 1980

(anschließend Diskussion)

  • Sonntag 1. November 2009

15:00 Uhr: Selbstverteidigung für Frauen. Workshop, Leitung: Hanja Dirnbacher
17:00 Uhr: Cornelia Giebeler (Bielefeld): Identitätspolitiken transkultureller Feminismen im Spiegel indigener Geschlechterkonstruktionen in den Amerikas
18:00 Uhr: Guido Strunk (Wien): Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen

(anschließend Diskussion)

19:00 Uhr: Trautl Brandstaller (Wien): Frauen-Macht-Demokratie
20:00 Uhr: Franz Schuh (Wien): "Wir Männer wissen nix, das aber besser ..." Über die Geschlechterdifferenz als Abteilung im Doppelmassenwahn (red)

  • Artikelbild
    foto: canetti-symposium
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