Zum Glück gibt es Skylink

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Nun, da der Rechnungshof Planung und Bau des Skylink-Terminals prüfen darf, werden genauere Details über das Debakel am Wiener Flughafen bekannt werden. Aber schon auf Grundlage dessen, was bisher bekannt ist, kann man sich darüber ein ganz gutes Urteil bilden und daraus seine Schlüsse ziehen.

Etwa diesen: Zum Glück gibt es Skylink. Die Millionenverluste durch katastrophales Management im halböffentlichen Bereich werden Österreich längerfristig vor noch größerem Übel bewahren.

In Folge der Finanzkrise ist in ganz Europa die Skepsis gegenüber dem freien Markt gestiegen und parallel dazu die Bereitschaft, die Lösungen in einer stärkeren Rolle für den Staat zu suchen. Österreicher sind besonders anfällig dafür.

Wenn als Folge der Finanzkrise die Aufsichts- und Regulierungsfunktion des Staates ausgeweitet und verbessert wird, dann ist das zweifellos positiv. Aber wer glaubt, dass öffentliches Management grundsätzlich besser oder auch nur genauso gut arbeitet wie im privaten Sektor, der hat offenbar ein schlechtes Gedächtnis.

Wirtschaftsskandale fanden in diesem Land fast nie in privaten oder gar börsennotierten Unternehmen statt, sondern stets im staatlichen oder – oft noch schlimmer – im halbstaatlichen Sektor. Von der Voest über Konsum bis zur Bawag und zuletzt der AUA. Die Liste ist lang.

Und wer das nun vergessen hat, der wird durch Skylink daran erinnert. Ein ehemaliger AK-Direktor, ein Wiener Magistratsbeamter und bis vor kurzem ein Wirtschaftskammerfunktionär waren dort für die Führung eines Milliardenunternehmens zuständig, das dank seiner Monopolstellung ständig Gewinne machte.

Das funktionierte ganz gut – bis zum Kollaps des Flugverkehrs durch die Krise. Aber bei einem großen Bauprojekt zeigten sie sich hoffnungslos überfordert. Unkoordiniert, achtlos und dilettantisch wurde geplant und wurden Aufträge vergeben. Vorwürfe sind fehl am Platz: Sie konnten es nicht besser, sie waren für diesen Job nie qualifiziert.

Aber genau das ist das Problem des Staates in der Wirtschaft. Managementposten werden politisch vergeben, oft an zu gering qualifizierte Personen, und der Eigentümer schaut erst dann genau auf die Gebarung, wenn bereits Feuer am Dach ist. Debakel a la Skylink sind kein Betriebsunfall, sondern Teil des Systems. (Ob Korruption im Graubereich der Gemeinde Wien und Parteienfinanzierung hier eine Rolle spielten, ist vorerst unbekannt).

Der Ruf nach dem Staat wir in Österreich nun doch nicht allzu laut erklingen Und wenn er doch kommt, dann wird "Skylink" zurückschallen. Wie gesagt, die 300 bis 500 Millionen Euro, die in Schwechat in den Sand gesetzt wurden, sind so gesehen gut investiertes Geld.

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