Steve Jobs kann Kalifornien retten

22. Juli 2009, 23:32
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Angesichts der budgetären und wirtschaftlichen Misere in Kalifornien, die unser Exporterfolg Arnold Schwarzenegger mit verschuldet hat, wäre man versucht, die Hoffnung für den "Golden State" und seiner Hollywood-Träume aufzugeben. Wäre da nicht Apple, das vielleicht großartigste Unternehmen der Welt. Der von Steven Jobs gegründete und geführte Technologie-Konzern verkörpert alles, was Kalifornien zu einer der Wirtschafts- und Kulturmächte der Erde gemacht hat.

Und in der Apple-Stadt Cupertino ist, anders als in der 200 Kilometer weiter nördlich gelegenen kalifornischen Hauptstadt Sacramento, von einer Krise nichts zu spüren. Dank des iPhone und anderen wunderbaren Produkten, die das Leben hunderter Millionen verändert haben, schwimmt Apple weiter auf der Erfolgswelle und schreibt im Jahr der vielen Unternhehmenspleiten Rekordgewinne.

Apple hat einst den PC miterfunden, mit Maus und Macintosh die bis heute vorherrschende Technik der Computernutzung geschaffen, mit iMac das Design in die tröge Welt der Terminals eingeführt, mit dem iPod das digitale Gegenstück zum Walkman geschaffen und mit dem iPhone schließlich die Handy-Welt stärker revolutioniert als selbst Nokia.

Steve Jobs musst auf dem Weg dorthin zahlreiche Rückschläge einstecken: Die Niederlage des Macs gegen Microsoft kostete ihm einst den Job als Apple-Chef. Aber – und das macht ihn so kalifornisch – er gab nicht auf, gründete Pixar (eine weitere kulturelle Ikone) und machte Apple nach seiner Rückkehr erfolgreicher denn je.

Was Apple so erfolgreich macht, ist die Fähigkeit, auf die Bedürfnisse von Usern besser als jeder Konkurrent einzugehen und Technologie so zu verpacken, dass sie nützlich ist, auch von Banausen benutzt werden kann und dabei Spaß macht. Gerade die kulturelle Sensibilität der Apple-Produkte ist eng mit dem kalifornischen Lifestyle verbunden.

Und entgegen der verbreiteten Vorurteile, dass die amerikanische Industrie keine handwerkliche Finesse mehr besitzt, hat Apple seit jeher sauber und verlässlich produziert. Die Dinger funktionieren. Produziert werden sie übrigens in Asien, aber auch der entspannte Umgang mit Globalisierung ist eine weitere kalifornische Tugend.

Dank Jobs und Apple kann man damit rechnen, dass sich Kalifornien von seiner Depression – hohe Arbeitslosigkeit, hohe Schulden, kaputte Verwaltung – wieder erholt, so wie es dem Staat schon in den neunziger Jahren nach dem Kollaps der einst so mächtigen Rüstungsindustrie gelungen ist. Und diese Hoffnung gilt auch für Jobs selbst, der nach seiner Lebertransplantation nun wieder Chancen auf Genesung hat. Der kreativste Unternehmer der letzten Jahrzehnte wird noch gebraucht – von Apple, von Kalifornien, von den USA, ja in der ganzen iPod- und iPhone-süchtigen Welt.

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