Würfeln gegen Strache

3. Juni 2009, 13:42
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Hier geht es um ein politisches Thema – aber auch einen ökonomischen Zugang zu einem politischen Dilemma. Dieses lautet: Wen soll man am kommenden Sonntag den wählen? Und wenn keine Partei wirklich die eigene Stimme verdient, ist es dann nicht besser, zuhause zu bleiben?

Die meisten von denen, die derzeit – so wie ich selbst – über diese Fragen verzweifeln, weil ihnen keine Partei und schon gar kein Spitzenkandidat im Augenblick gefällt, sind sich dennoch deutlich bewusst, wen sie unter keinen Umständen wählen oder auch nur stärken wollen: die FPÖ. Gibt es nun eine Möglichkeit, am Sonntag keine Partei zu wählen und dennoch eine Stimme gegen Heinz-Christian Strache und Andreas Mölzer abzugeben?

Und die gibt es tatsächlich. Man muss sich nur überlegen, welche Parteien überhaupt für eine Stimme in Frage kommen. Für mich und viele andere wären das SPÖ, ÖVP und Grüne, für einige auch Hans-Peter Martin (und vielleicht hält jemand auch das BZÖ für ein so kleines Übel, dass es in den Topf der wählbaren Partei hinkommen darf). Hat man sich einmal entschieden, nimmt man einen Würfel zur Hand, bestimmt, welche Punktezahl mit welcher Partei korreliert, und würfelt. Der Sieger wird am Sonntag angekreuzt.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass man damit dank dem Zauber der Statistik – und hier spielt die Ökonomie hinein – in Wahrheit gar keine Partei wählt. Denn wenn auch nur ein Dutzend Menschen diese Methode anwenden, dann gleichen sich die abgegebenen Stimmen aus und keine Partei gewinnt einen Vorteil. Bloß die Wahlbeteiligung wird angehoben und damit der Stimmanteil der FPÖ reduziert.

Gehen wir von einem Anteil von 20 Prozent für die Blauen am Sonntag aus, so ist eine gewürfelte Wahlentscheidung wie eine Fünftel Stimme gegen die FPÖ. Das klingt nicht nach viel, kann sich aber rasch zusammenläppern.

Auf jeden Fall ist Würfeln besser als am Sonntag nicht zur Wahl zu gehen. Denn jeder Strache-Gegner, der auf seine Stimmabgabe verzichtet, gibt nolens volens dem gebräunt-blauen Recken einen Teil seiner Stimme. Und das wäre doch wirklich schade.

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