Der Anfang vom Ende der Krise?

24. März 2009, 09:29
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Es ist wahr, Optimisten sind in den vergangenen Monaten stets auf die Nase gefallen. Wann immer es hieß, es gibt Licht am Ende des Tunnels, war dies bloß ein entgegen kommender Zug. Und die tatsächlichen Wirtschaftsdaten werden immer noch täglich schlimmer.

Und dennoch gibt es seit Montag wieder Grund zu Hoffen. Der Bankenrettungsplan von US-Finanzminister Timothy Geithner, zunächst im Vorfeld von vielen Experten zerrissen, könnte tatsächlich funktionieren. Die Börsen, die seinen ersten Auftritt im Februar mit massiven Verlusten beantwortet haben, haben diesmal euphorisch reagiert. Und das ist deshalb ein gutes Zeichen, weil Geithners Plan vor allem auf die Psychologie der Märkte setzt.

Statt dem Kongress neues Geld abzubetteln, will er die bereits bewilligten Mittel dazu verwenden, um private Investoren dazu zu bewegen, den Banken die vergifteten Papiere abzukaufen. Der Staat nimmt einen Großteil des Risikos ab – aber eben nicht das ganze. Das kann, wie etwa Nobelpreisträger Paul Krugman warnt, völlig schiefgehen. Wenn die Privaten trotz der Subvention nicht einsteigen, dann ginge kostbare Zeit und politisches Kapital verloren, schreibt Krugman und fordert die rasche Bankenverstaatlichung.

Und wenn sie einsteigen und die Preise tatsächlich steigen? Dann werden einige Hedgefonds-Manager sehr, sehr viel Geld verdienen und nach dem AIG-Debakel möglicherweise die nächste Welle öffentlicher Empörung auslösen, befürchten andere.

Aber das ist unwahrscheinlich. Die AIG-Boni haben deshalb so viel Ärger hervorgerufen, weil hier finanzielle Missetäter belohnt wurden. Aber wer immer nun "toxic assets" kauft, der trägt dazu bei, dass die Banken wieder Kredite vergeben können und sich der gesamte Wirtschaftskreislauf in Bewegung setzt. Der hat seine Renditen dann redlich verdient.

Auch der politische Kurs der Geithner-Aktie ist am Montag stark gestiegen, und damit auch der seines Chefs Barack Obama. Vielleicht wird man sich den 23. März 2009 merken müssen – der Tag, an dem der Boden des Tals der Tränen erreicht wurde und der langsame Wiederaufstieg begonnen hat.

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