Lebensgefährliches Wirtschaftsleben

14. März 2009, 14:33
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Einen neuen Blog mit Eindrücken von der eigenen Buchpräsentation zu eröffnen, ist vielleicht etwas unverschämt. Aber dass am Freitagabend 250 Menschen in den Kassensaal der P.S.K. gekommen sind, um mir als Autor und mehreren führenden Wirtschaftsexperten (Ökonom Erich Streissler, Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny, Bawag-Vorstand Regina Prehofer und Anlegerschützer Wilhelm Rasinger) zwei Stunden zum Thema Wirtschaftskrise zuzuhören, zeigt schon, wie sehr die Sorge über die weitere Entwicklung jeden berührt.

Besonders an den Antworten auf die Schlussfrage von Moderatorin Esther Mitterstieler waren alle interessiert: "Wie lange wird die Krise dauern?" Nowotny und Prehofer zeigten sich zuversichtlich, dass der Aufschwung schon Ende dieses Jahres einsetzen wird. In seinem Einleitungsvortrag hatte Streissler hingegen ein Jahrzehnt der Krise oder mehr prognostiziert. Ich selbst wusste keine Antwort. Die Krise ist schließlich auch eine Krise der Prognostiker, die in den Jahren zuvor auf Grundlage großer Datenmengen alles falsch vorausgesagt hatten.

Das neue Bewusstsein der Unsicherheit fing gleich am Anfang Streissler ein, indem er Erich Kästner zitierte: "Leben ist immer lebensgefährlich". Der Aphorismus ist allerdings lang nicht so schwarz wie er klingt. Denn schließlich leben wir weiter, genauso wie sich die Wirtschaft irgendwann wieder erfangen wird. Oder wie Nowotny sagte: "Eines ist gewiss: Jede Krise geht irgendwann zu Ende."

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