Achtziger-Jahre-Panier

7. Oktober 2009, 15:24
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Ob da der Austrofred dahintersteckt? Schließlich hat der erst kürzlich ein fulminantes Debüt als Autor hingelegt, unter dem Buchtitel: "Ich rechne noch in Schilling" (www.austrofred.at). Noch dazu gibt es darin eine Passage, wo er träumt, selbst ein Schnitzel zu sein – paniert, mit Ketchup an den Füßen, und zugedeckt von Pommes Frites.

 

Das ist aber nur eine Mutmaßung. Wahr ist: Mit dem Versprechen "Schnitzel um 20 Schilling wie vor 20 Jahren" wirbt eine Wiener Schnitzelbrater-Kette anlässlich ihres – Überraschung! – 20-Jahr-Jubiläums gerade um hungrige Kunden. "Tauschen Sie Ihre alten 20-Schilling-Noten und Münzen gegen ein Wiener Schnitzel Ihrer Wahl", heißt es in einem Postwurf allen Ernstes, und in der Fußnote befindet sich noch der Hinweis: "Nur genau abgezählte Münzen oder 20-Schilling-Banknote mit Porträt Moritz M. Daffinger."

Nur zur Klarstellung, für's Logbuch: Wir schreiben das Jahr 2009, den Monat Oktober und befinden uns also bald im Jahr neun nach Einführung des Euro. Unermüdlich düst der Euro-Bus der OeNB durch die Lande auf der Suche nach den letzten Schilling-Resten. Auf den ersten Blick also ein verschwindend geringes Kundensegment, auf das die Aktion abzielt.

Andererseits: "Interesse der Österreicherinnen und Österreicher ungebrochen", hieß es erst vor wenigen Tagen von Seiten der OeNB, und gemeint war tatsächlich die Euro-Bus-Tour 2009. In 67 Stationen wurden 42,9 Millionen Schilling umgetauscht, also die unglaubliche Menge von – und da würde jetzt sicher auch der Austrofred Augen machen – 2.145.000 Schnitzel. Nicht weniger als 68.500 Kundenkontakte hatte der Euro-Bus in diesem Jahr – und was haben die alle im Tausch gegen ihre guten, alten Schillinge bekommen?

Richtig, bloß ein paar schnöde Euros. Wenn die Schnitzelbrater-Kette jetzt also den Euro-Bus ein wenig unterstützt, damit die allerletzten Alpen-Dollar ein wenig schneller zur OeNB zurückrollen – soll uns recht sein. (Martin Putschögl)

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