Jack Wolfskin mahnt Handarbeiter wegen Pfoten-Design ab

20. Oktober 2009, 14:28
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Anbieter von gebastelten Kissen, Stickern und Co werden zur Kasse gebeten

Jack Wolfskin, Hersteller von Outdoor-Bekleidung, hat Nutzer des Portals DaWanda abgemahnt, die dort selbst hergestellte Handarbeitsware verkaufen. Stein des Anstoßes: Kissen, Aufkleber und andere Bastelware mit Katzenpfotenabdruck. Laut dem Unternehmen verstoße das gegen die Markenrechte des Unternehmens, dessen Logo eine Wolfstatze ziert. Blogger und Nutzer kritisieren den Konzern heftig.

Keine Tatzen auf Textil

Jack Wolfskin hat bereits in der Vergangenheit Unternehmen abgemahnt, die in irgendeiner Form Textilien mit Pfotenabdruck anbieten. So wurde auch schon einmal die taz zur Kasse gebeten, da die Berliner Zeitung unter anderem Handtücher mit dem eigenen, bereits 1979 entworfenen Logo "Tazze" ohne entsprechenden Markeneintrag verkauft hatte. Nun richtet sich der Bekleidungskonzern auch gegen Einzelpersonen.

Unterlassungserklärung

Wie der Spiegel Online berichtet erhielten einige DaWanda-Nutzer Abmahnungen, in denen verschieden hohe Geldbeträge bis zu rund 1000 Euro gefordert werden. Die Wolfskin-Tatze sei in vielen Ländern markenrechtlich geschützt, die betroffenen User müssten eine Unterlassungserklärung unterschreiben und die Gebühren innerhalb von drei Wochen zahlen, heißt es in den Schreiben der Kanzlei, die den Konzern vertritt. Andernfalls werde mit weiteren rechtlichen Schritten gedroht.

"Eindeutige Markenverletzungen"

Eine Jack Wolfskin-Sprecherin hat die Abmahnwelle gegenüber dem Magazin bestätigt. Dritte dürften keine ähnlichen oder identischen Zeichen wie die Tatze für ähnliche oder identische Waren wie Jack Wolfskin anbieten. Es sei zwar bedauerlich, dass im aktuellen Fall Hobby-Bastler abgemahnt würden, doch die Markenverletzungen seien eindeutig. Allerdings würden nur Personen abgemacht, die mit ihren Produkten einen gewissen Umsatz gemacht hätten, keine Kleinstanbieter.

Kritik an Vorgehen

"Auch wenn es formaljuristisch korrekt ist - das Vorgehen des Bekleidungskonzerns wirkt in jeder Hinsicht überzogen", kritisiert Spiegel-Autor Konrad Lischka den Konzern. Es handle sich immerhin nicht um professionelle Markenpiraten, sondern um Bastler, die gar nicht die Absicht gehabt hätten, die Produkte des Unternehmens zu fälschen. "Mit Jack Wolfskin vergreift sich wiedermal eine weltweit agierende und sich selbst für integer haltende Marke an den kleinsten und schwächsten Gliedern des Long Tail", meint Ralf Schwartz im Blog werbeblogger.de. (red)

  • Unter anderem soll dieses Kissen einer DaWanda-Nutzerin ...
    foto: monika stelly

    Unter anderem soll dieses Kissen einer DaWanda-Nutzerin ...

  • ... nach Ansicht des Bekleidungskonzerns Jack Wolfskin gegen dessen Markenrechte verstoßen. 
    grafik: jack wolfskin

    ... nach Ansicht des Bekleidungskonzerns Jack Wolfskin gegen dessen Markenrechte verstoßen. 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ihm kann der Konzern jedenfalls die Verwendung der Katzenpfote nicht mehr verbieten.

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