Sturm hofft auf Griechenland-Spezialist Haas

20. Oktober 2009, 13:39
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35-jähriger Stürmer wieder voll fit - Routinier traf in beiden bisherigen Duellen mit Panathinaikos

Graz - Der SK Sturm Graz hat vor dem schweren Auswärtsspiel gegen Panathinaikos Athen in der Europa League am Donnerstag (21.05 Uhr) ein Ass im Ärmel. Stürmer-Routinier Mario Haas ist nach seiner Wadenverletzung wieder fit und könnte nach einer rund zweimonatigen Verletzungspause in Athen sein Comeback geben. Der Griechenland-Spezialist hat Sturm in der Vergangenheit schon zweimal gegen "Pana" zum Sieg geschossen.

Haas kam und Sturm siegte

Noch heute erinnert sich der 35-Jährige gerne an den Februar 2001 zurück. Gleich im ersten Spiel nach seiner Rückkehr vom französischen Erstligisten Racing Straßburg zu Sturm erzielte er am 14. Februar in Graz in der Champions-League-Zwischenrunde gegen die Griechen, bei denen damals als Einziger der jetzigen Mannschaft schon Giorgos Karagounis spielte, nach seiner Einwechslung in der 56. Minute das 1:0 (60.). "Der erste Ballkontakt war gleich ein Tor, der dritte dann ein Assist", freute sich Haas.

Eine Woche später folgte am 20. Februar auf das Heim-2:0 ein Auswärts-2:1 (in der Nachspielzeit mit Peter Hlinka). Wieder war der von Anfang an aufgebotene Haas zur Stelle, der mit dem 2:0 (43.) für die Vorentscheidung sorgte. "Es war ein Konter und ich bin am Tormann vorbeigegangen. Es waren schöne Erlebnisse", erzählte der Sturm-Angreifer, der damit seine 21-Millionen-Schilling teure Rückholung sofort gerechtfertigt hatte.

"Respekt, keine Angst"

Der 43-fache ÖFB-Teamstürmer, der auch eines seiner sieben Teamtore am 26. März 2003 in einem freundschaftlichen Länderspiel in Graz gegen Griechenland (zum 2:2-Endstand) erzielte, ist daher vor dem Gastspiel in Athen besonders motiviert. "Gegen Griechen spiele ich eben sehr gerne", betonte Haas. Der Angreifer will seine positiven Erfahrungen auch auf seine Mannschaftskollegen übertragen. "Wir können mit denen mithalten, sie haben keine Übermannschaft. Wir haben zwar sicher Respekt, aber keine Angst", sagte Haas, der ein interessantes Match erwartet.

Die Grazer haben nach dem 1:1 in Istanbul Lust auf mehr bekommen. "Es wird nicht einfach, aber wir sind gut drauf. Wenn wir konzentriert auftreten und uns noch mehr zutrauen als in Istanbul ist sicher einiges möglich. Wir dürfen aber nicht übermütig sein", war Haas optimistisch. Ein Hexenkessel wie im ausverkauften Ali-Sami-Yen-Stadion erwartet die Grazer in Athen eher nicht, das 74.000 Zuschauer fassende Olympiastadion Spiros Louis wird wohl nur halbvoll sein.

Wiedersehen mit Kante

Panathinaikos liegt nach der Auftakt-Heimpleite gegen Galatasaray (1:3) und dem Sieg bei Dinamo Bukarest (1:0) mit drei Punkten hinter den Türken (4 Punkte) und noch vor den Rumänen (3) sowie Grazern (1) auf Rang zwei (3) in der Gruppe F. "Wenn wir aufsteigen wollen, müssen wir zumindest einen Punkt machen", ist sich Haas bewusst. Der mit 137 Treffern Sechste der ewigen Bundesliga-Torschützenliste trifft am Donnerstag mit dem 30-jährigen Mali-Teamspieler Cedric Kante auch auf einen ehemaligen Straßburg-Mannschaftskollegen. "Er war damals einer von den jungen Spielern, die bei uns mittrainiert haben und ist auch sporadisch zu Einsätzen gekommen. Er hat sich gut entwickelt, ist ein sehr guter Spieler", meinte Haas über den Abwehrspieler.

Sturms Nummer elf hatte sich am 15. August in der 1. ÖFB-Cup-Runde gegen den TSV St. Johann einen Haarriss im rechten Wadenbein zugezogen. Vor dem Bundesliga-1:0-Heimsieg gegen Rapid am Sonntag musste er nach einer Woche Mannschaftstraining noch zwei Tage sicherheitshalber kürzertreten und stand deshalb auch nicht im Kader. Nun steht einem Comeback aber nichts mehr im Wege. "Ich muss jetzt gut trainieren und schauen, dass ich schön langsam wieder zu Einsätzen komme", hofft Haas darauf, in Athen Spielpraxis zu bekommen.

Sein Vertrag läuft zwar im Sommer aus, die Karriere soll aber noch nicht 2010 zu Ende gehen. Erste Gespräche bezüglich einer Vertragsverlängerung hat es bereits gegeben. "Es schaut sehr gut aus. Ich möchte noch zwei Jahre dranhängen. Das Alter sagt nichts aus, das sieht man auch etwa bei einem Christian Mayrleb (Anm./37-jähriger LASK-Stürmer)", sagte Haas. Damit könnte der Routinier auch seine Position als Sturm-Rekordtorschütze weiter untermauern. "Mein Rekord ist schon einmal schwierig einzuholen, ich hoffe aber, dass irgendwann jemand nachkommt und ihn einstellt", meinte Haas. Statistiken haben für den Angreifer allerdings keinen allzu großen Wert. "Ich schaue nicht darauf, ich mache mein Spiel und versuche so viele Tore wie möglich zu machen." (APA)

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    Haas: "Gegen Griechen spiele ich eben sehr gerne"

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