Texas Instruments spürt Belebung in Chipbranche

20. Oktober 2009, 13:30
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Starke Chipnachfrage sorgt für Produktionszuwachs - Gewinn und Umsatz im dritten Quartal überraschend wenig gesunken

New York - Texas Instruments (TI) spürt auf breiter Front eine bessere Chip-Nachfrage und stärkt damit die Aussichten für einen baldigen Aufschwung der arg gebeutelten Tech-Branche. Zwar sanken Gewinn und Umsatz des US-Konzerns im dritten Quartal, der Rückgang fiel aber weniger stark aus als zuletzt erwartet. Zudem blickt der Halbleiterhersteller zuversichtlich auf das laufende Quartal, wenngleich das wichtige Weihnachtsgeschäft unter der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in den USA leiden dürfte.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Kunden von Computer- über Handy- bis zu Autoherstellern ihre Lager inzwischen geleert hätten und die Produktion wieder steigerten, stellte TI am Montagabend nach US-Börsenschluss mit. Auch andere Branchenvertreter wie Marktführer Intel, Advanced Micro Devices oder der Chipausrüster ASML profitierten im abgelaufenen Vierteljahr von einer besseren Nachfrage.

TI-Finanzchef Kevin March versuchte allerdings die Erwartungen im Zaum zu halten. Zuwächse im dritten Quartal im Vorfeld des Weihnachtsgeschäftes seien nicht unüblich, sagte er. Zudem könnten sich die Geschäfte wegen der anhaltend schwachen Konjunktur in Grenzen halten. "Der Weihnachtsmann kommt in der Regel jedes Jahr wieder. Die Frage ist nur, wie groß ist sein Sack?", sagte March.

TI kündigte dennoch für das vierte Quartal Ergebnisse über den derzeitigen Markterwartungen an. Den Gewinn prognostiziert das Unternehmen zwischen 42 und 50 Cent je Aktie, den Umsatz bei 2,78 bis 3,02 Mrd. Dollar.

Den größten Produktionszuwachs verbuchte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal in Japan sowie im asiatisch-pazifischen Raum. Zudem lief es demnach erstmals seit mehreren Quartalen auch in Europa sowie den USA wieder besser. Für Analyst Ed Snyder von Charter Equity Research ist der Fall klar. "Es ist eindeutig eine echte Erholung für die Halbleiter-Unternehmen, die nicht von den Lagerbeständen herrührt. Dies macht einer Menge Leuten Hoffnung, dass wir hier keinen Fehlstart sehen", sagte Snyder.

Im dritten Quartal sank der Gewinn um 4,4 Prozent auf 538 Mio. Dollar (361 Mio. Euro). Der Gewinn lag über den Analystenerwartungen. Der Umsatz fiel um 15 Prozent auf 2,88 Mrd. Dollar. Am Markt war mit lediglich 2,82 Mrd. Dollar gerechnet worden. TI-Aktien kletterten in den USA außerbörslich um 2,8 Prozent. Im Frankfurter Handel legten die Papiere 1,8 Prozent zu. (APA)

 

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