Sportartikelhandel jubelt über ersten Schnee

20. Oktober 2009, 12:57
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Mit zweistelligen Umsatzzu­wäch­sen ist der Oktober der beste seit Jahren, der Handel wurden vom frühen Wintereinbruch überrascht

Wien - Der Sportartikelhandel jubelt über die Schneefälle der vergangen zwei Wochen; inzwischen haben bereits die ersten Skigebiete aufgesperrt. "Wenn Schnee fällt, kommt bei uns das Geld von allein", brachte es Hans Peter Gallbauer, stellvertretender Obmann des Fachausschusses des Sportartikelhandels der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), auf den Punkt. Der Oktober sei mit zweistelligen Umsatzzuwächsen einer der besten seit Jahren. Für die gesamte Wintersaison (November bis April) rechnet Gallbauer mit einem leichten Plus. Freilich hänge das Geschäft vom Wetter ab.

Auch das erste Halbjahr 2009 ist für die Sportartikelhändler den Angaben zufolge gut gelaufen: Laut KMU-Forschung hat die Branche in den ersten sechs Monaten des Jahres nominell um 5,1 Prozent zugelegt, real um 2,4 Prozent. 2008 erwirtschaftete der heimische Sportartikelhandel 1,18 Mrd. Euro - nominell entsprach das einem Zuwachs von 5,4 Prozent, real von 3,2 Prozent. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden in der Wintersaison gemacht, sagte Peter Voithofer von der KMU-Forschung.

Warten auf die Lieferungen

Der frühe Wintereinbruch hat die Händler doch einigermaßen überrascht, viele Lieferungen stehen noch aus. "Skibekleidung bekommen wir normal immer erst Mitte oder Ende Oktober", so Gallbauer. Bei Intersport habe man zwar schnell auf den Schneefall reagiert, es fehle aber noch Ware, sagte Intersport-Sprecher Christian Mann. Die Kunden hat das offenbar nicht gestört: In den ersten zwei Oktoberwochen hat der Umsatz um 10 Prozent angezogen, so Mann. Im Bereich Bekleidung wurde ein Plus von 20 Prozent erzielt, Mützen und Stirnbänder legten um 60 Prozent zu, Handschuhe um 42 Prozent.

Etwas anders sieht die erste Bilanz bei den Skiverkäufen aus. In den Stadt-Filialen sei bisher ungefähr gleich viel verkauft worden wie im vergangenen Jahr, in den Tourismusregionen hingegen wurde ein Plus von 13 Prozent verzeichnet. Laut Mann verdient ein Händler heutzutage nichts mehr mit Ski. Im Winter 2008/2009 habe Intersport mit dem Verkauf von Skihelmen und -brillen bereits gleich viel umgesetzt wie mit Alpin-Skiern. Für die Skiindustrie ist das keine erfreuliche Entwicklung, sie sieht dem kommenden Winter mit gemischten Gefühlen entgegen. Im Winter 08/09 haben sich viele Skifahrer mit neuem Material eingedeckt, weshalb die Absatz-Aussichten für heuer nicht so rosig sind, berichtete orf.at zum Wochenende.

Umsatzsteigerung

Auch der Marktführer unter den heimischen Sportartikelhändlern, die Sport Eybl & Sports Experts AG, hat im Oktober vom Wetterumschwung profitiert. "Wir merken das an den Umsätzen", sagte Sprecherin Gisela Huemer. Für das Geschäftsjahr 2009/2010 erwartet Vorstand Peter Wahle eine Umsatzsteigerung um rund 3 Prozent auf 390 Mio. Euro, sagte er kürzlich. Im heurigen Winter will das Unternehmen weiterhin vom anhaltenden Sicherheits-Boom profitieren. Die Nachfrage nach Ski- und Snowboardhelmen sei im Vorjahr so groß gewesen, dass es sogar zu Lieferengpässen kam. Die Sport Eybl & Sports Experts AG hat vergangenen Winter über 100.000 Helme verkauft.

Österreichweit wurden im Vorjahr 600.000 Helme verkauft, das entsprach einem Plus von 50 Prozent. Für heuer wird ein gleichbleibendes Niveau erwartet, sagte Mann. Intersport hat nach eigenen Angaben rund 250.000 der 600.000 abgesetzt, um 85 Prozent mehr als im Winter 07/08. Ein Drittel davon waren Kinderhelme, der Rest ging auf der Kappe der Erwachsenen. "Bei Kindern ist der Markt quasi gesättigt", so Manns Erklärung. Von drei Helmen werden mittlerweile zwei schon mit Brille gekauft. Zu Beginn wurden Helme und Brillen oft separat gekauft und passten dann nicht zusammen. (APA)

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    Derweil dürften sich auch die Tiere noch an der weißen Pracht ergötzen.

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