Kein Dialyseplatz für Asylwerberin

28. Juli 2009, 12:02
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Immer häufiger kommt es vor, dass Leute aus den Erstaufnahmezentren wie Traiskirchen hinausgeworfen werden, weil sie nach abgelehnten Asylanträgen Folgeanträge stellen. Darunter sind dann auch Menschen, die kleine Kinder haben, schwanger sind oder von schweren Krankheiten gezeichnet. Da habe ich den Fall von so einer tschetschenischen Frau, die wurde eben auch auf die Straße gesetzt, sie benötigte dringend eine Unterkunft, außerdem muss die Frau regelmäßig zur Dialyse. Wo sie diese bekommen sollte, darum hätte die sich selber kümmern müssen, das hat bei den Behörden niemanden interessiert. Die kam also zu mir und war schon so schlecht beieinander, dass ich sie sofort mit der Rettung ins Spital bringen ließ.

Nun hat man sie dort wieder entlassen, sie soll dann selber schauen, wo sie die nächste Dialyse bekommt. Eine Sozialarbeiterin hat mir dann gesagt, dass sie so etwas überhaupt noch nie gehört hätte, dass sich jemand seinen Dialyseplatz selber suchen müsste. Nachdem die Krankenhäuser Baden und auch Wiener Neustadt gleich abgelehnt hatten, der Frau einen Dialyseplatz zu geben, habe ich halt mehrmals dort angefragt, was wir jetzt machen sollen. Da bin ich zum Beispiel an einen Pfleger geraten in so einer Ambulanz, das war an einem Freitag, der hat mir gesagt, vor Montag geht da gar nichts, weil erst dann der Leiter der Station wieder da ist. Dann habe ich ihn gefragt, was ich nun machen soll, die Frau wurde mit der Rettung aus dem Spital zu mir gebracht, was soll ich denn jetzt tun? Achselzucken. Da habe ich gefragt, wie denn bei Notfällen vorgegangen wird, soll ich etwa im Büro selber eine Dialyse machen? Dann sagt er auf einmal, er könne mich höchstens mit dem zuständigen Stationsarzt verbinden, der würde mich sicher zurückrufen.

Das ist wie so oft nicht passiert, dann habe ich es noch einmal in Baden versucht, da hat man mir gesagt, das ist so schwierig mit der Frau, weil die so unsympathisch sei. Als ob das für irgendwas gesundheitsmäßiges von irgendeiner Bedeutung wäre. Krankheiten machen ja Menschen generell sympathisch oder wie? Dann habe ich es weiter versucht und war überall lästig, dann hieß es auf einmal, sie bekommt nun doch einen Platz in Traiskirchen und kann zur Dialyse nach Wiener Neustadt. Ist mir ja recht, wenn es nun endlich eine Lösung für die Frau gibt, aber wenn man sich vorstellt, wie viel Zeit ich aufwenden muss, damit ein Mensch, der schwer krank ist, eine Behandlung bekommt, die für ihn lebenswichtig ist.

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