Wurstsemmeln und koscheres Huhn

22. Juni 2009, 15:24
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Unser Verein im zweiten Wiener Gemeindebezirk wird ja von den Anrainern recht unterschiedlich gesehen. Immer wieder gibt es Schmierereien auf unseren Hauswänden. Glücklicherweise sind die meistens so hingesudelt, dass man eh nichts lesen kann.

Dann gibt es wieder Leute, die spontan helfen wollen und den Kindern, die bei uns im Kursraum schlafen müssen, Wurstsemmeln schenken. Die sollten die Kinder zwar eigentlich nicht essen, weil sie Muslime sind - aber in der Not ist das wurscht.

Immer wieder bekommen wir auch Lebensmittel von der jüdischen Gemeinde, wenn bei ihren Festen etwas übrig bleibt. Und neulich hat mich ein koscherer Fleischhauer kontaktiert, der von einem Catering jede Menge rohes Hühner- und Lammfleisch übrig hatte. Er hat es uns einfach so gespendet.

Dann gibt es noch diese Trafikantin, die mittlerweile mit mir nichts mehr redet. Sie schimpft immer recht über Juden und Ausländer. Aber wenn unsere Schützlinge bei ihr Zigaretten oder Straßenbahnfahrkarten kaufen, hat sie natürlich nichts dagegen.

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