Garstiges Kind verweigert Nahrung

9. Juni 2009, 15:31
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Neulich war ich ja in einem Club 2 eingeladen, nach der Fernsehdiskussion sind wir noch ein bisschen zusammengesessen und ich habe dann halt erzählt, was sich bei uns im Verein so abspielt. Neben Betroffenheit gab es als Reaktion natürlich auch die üblichen Gemeinplätze, dass wir ja nicht alle nehmen können und so weiter. Aber wie es in der Praxis im Umgang mit Flüchtlingen aussieht,
zeigt folgendes Beispiel wieder deutlich:

Ich bin in Kontakt mit einer Familie, die in Oberösterreich untergebracht ist. Eines der Kinder sitzt schwer behindert im Rollstuhl und muss so eine Art Korsett tragen. Über das Kind haben sie in der Einrichtung gesagt, es sei garstig und unerzogen und würde ständig die Nahrung verweigern. Dann hat aber eine Ärztin gemeint, dass das Kind eine dermaßen schwache Muskulatur der Speiseröhre hat, dass das Schlucken eine so große Qual ist. Ist ja klar dass das Kind dann schreit.

Nun ist laut dem hier schon oft besprochenen Dublin-Abkommen die Familie nach Polen abzuschieben. Den Behörden ist aber klar, dass dieses Kind in seinem Zustand nicht abschiebbar ist. Also haben sie den Vater mit einem Sohn nach Polen abgeschoben.

Natürlich ist der Vater mit dem Sohn so schnell wie möglich wieder zur Familie zurückgekommen. Das zeigt doch wieder deutlich, wie "gut" dieses Dublin-Abkommen funktioniert. Und wie "gut" Österreich damit umgeht.

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