Hierbleiben, sagt der Hausverstand

5. März 2009, 13:34
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Mittlerweile fühlen sich Tschetschenen auch in Österreich nicht mehr sicher. In Polen ist das ja schon länger so. Letztens war eine Frau da. Ihr Kleinkind hat epileptische Anfälle. Sie sagt, in Tschetschenien haben sie ihr das Kind entführt. Als sie es wieder bekommen hat, ist sie natürlich schnell weg von dort. In Polen ist sie gelandet. Und dort hat ihr jemand eine Liste gezeigt, auf der ihr Name stand. Da wusste sie, dass sie auch zu den "Gesuchten" gehört. Klarerweise bleibt die Frau nicht in Polen. Doch was für den Hausverstand völlig logisch ist, wird von unseren Behörden ignoriert. Da heißt es: Polen ist zuständig, Punkt, aus.

Aber was passiert dann mit solchen Menschen? Sie warten auf ihre Abschiebung. Genauso wie die drei Familien in unserem Vereinshaus, die keine Grundversorgung haben. Wenn die Spenden einmal ausbleiben, was machen die dann? Was essen die dann?

Da heißt es dann immer: Es wird schon einen Grund haben, warum sie aus der Grundversorgung fallen. Den Grund kann ich Ihnen sagen: Sie fallen oft aus der Grundversorgung, weil sie den Bescheid bekommen, dass der Asylantrag abgelehnt worden sei und sie sofort das Land verlassen müssten. Das tun sie aber nicht - es sollte eigentlich jedem klar sein, dass die Leute eben nicht sofort jubelnd in die Länder zurückgehen, aus denen sie ja geflohen sind. Also schlafen sie irgendwo, womöglich im Freien. Die Kinder werden krank. Nun dauert das aber lange, bis die Abschiebung stattfinden kann, da muss jede Menge Behördliches erledigt werden. Und bis dahin sind diese Leute vogelfrei.

Aber solche Probleme soll ja das Patenschafts-Modell lösen. Man zwingt damit Zuwanderer, dass sie ihr Leben lang dankbar sein müssen. Die Frage ist nur: Wer wird solche Patenschaften übernehmen? Ich sicher nicht: Nehmen Sie an, das "Patenkind" hat einen schweren Unfall wird pflegebedürftig. Welcher Privatmensch kann das bezahlen? Milliardäre womöglich.

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