Kein Führerschein für Asylwerber

4. November 2008, 14:14
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Wie hat es Caritas-Präsident Franz Küberl so schön formuliert? Der Staat wälzt die Fürsorge von Bedürftigen immer mehr auf soziale Vereine ab. Gleichzeitig werden diejenigen Flüchtlinge, die staatliche Unterstützung erhalten, immer strenger kontrolliert.

Ein Beispiel: Da gibt es eine großzügige Dame, die uns schon mehrere Öfen für ein Wohnprojekt gespendet hat. Nun hat diese Dame mitbekommen, dass wir eine armenische Familie betreuen, und wollte ihr helfen. Da hatte sie die Idee, dem Familienvater den Führerschein zu bezahlen, denn sie dachte, wenn diese Familie irgendwann legalen Aufenthalt bekommt und hier arbeiten darf, dann hat er schon den Führerschein, und das ist ja oft eine Voraussetzung, wenn man eine Arbeitsstelle antreten will. Der Mann hat zwar schon einen armenischen Führerschein, aber weil er schon so lange da ist, gilt der in Österreich nicht mehr.

Nachdem der Mann nun also den Führerschein gemacht hat, gibt es auf einmal Probleme bei der Auszahlung der Grundversorgung. Genauer gesagt kriegt der Mann jetzt einmal gar nichts - denn die auszahlende Behörde glaubt nun, dass der Mann sich ja ohnehin genug hat ersparen können für den Führerschein. Wie das mit der extrem niedrigen Grundversorgung gehen soll, verrät die Behörde nicht.

Jedenfalls muss er nun nachweisen, woher er das Geld hat. Und dann dauert das natürlich wieder eine ziemliche Zeit, bis die gestrenge Behörde draufkommt, dass er doch nicht so begütert ist, und er dann doch wieder die Grundversorgung bekommt.

Und was macht der Mann bis dahin? Wovon soll er leben? So hat sich die auszahlende Behörde also wieder einmal Geld gespart. Und zwar auf Kosten eines Betroffenen. Letztlich aber auf Kosten unseres Vereins, der den Familienvater unterstützt.

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