Barack Obama und die Todesstrafe

7. November 2008, 10:31
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Im US-amerikanischen Strafvollzug und in den Death Rows sind überproportional viele Schwarze inhaftiert

Barack Obamas Wahl zum US-Präsidenten ist unter anderem eine Absage an rassistische und stigmatisierende Denkweisen. Somit stellt sich die Frage, wie Obama selbst in Bezug auf die zum Teil weiter bestehenden Horte des Rassismus in den USA verfahren will. Deren Zahl und Einflussbereich hat in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen, doch im US-amerikanischen Strafvollzug und in den Todestrakten sind im Verhältnis zur Zusammensetzung der US-amerikanischen Gesellschaft überproportional viele Schwarze inhaftierte. Obama selbst hat sich im Wahlkampf als Todesstrafen-Befürworter dargestellt: Einer der wenigen Faktoren, die die Freude über seinen Sieg ein wenig zu dämpfen vermögen. Es sei denn, er und seine Mitarbeiter besitzen künftig die Stärke, dieses in den USA so heiße Eisen anzugreifen und es zur Diskussion zu stellen. Es wäre ein menschenrechtlich überfälliger Schritt – und ein antirassistischer obendrein.
http://www.amnesty.at

Irene.Brickner@derStandard.at

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