Die homosexuelle Herausforderung

26. Oktober 2008, 10:09
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Es wird koalitionsverhandelt. Ist das für die Rechte von Schwulen und Lesben eine gute oder eine schlechte Nachricht?

SPÖ und ÖVP treten in Koalitionsverhandlungen, um eine Regierung zustande zu kriegen (was angesichts der Herausforderungen durch die globale Finanz-/Wirtschaftskrise nur vernünftig erscheint). Damit betritt im Hintergrund aber auch das kontroversielle Thema "Umgang mit homosexuellen Partnerschaften" wieder den Raum.

Wird die SPÖ die "Homo-Ehe" in den Verhandlungen laut genug aufs Tapet bringen? Wird es die ÖVP diesmal schaffen, die ideologische Schallmauer zu durchbrechen, die sie parteiintern von einer menschenrechtskonformen Anerkennung lesbischer und schwuler Partnerschaften trennt? Gelingt dies, so hätte sich Politik in Österreich als ein Stück realitätsgerechter bewiesen – immerhin wird die rechtliche Anerkennung lesbischer und schwuler Paare in der Bevölkerung schon seit Jahren von einer Mehrheit befürwortet wird.

Ein solcher gesellschaftlicher Zug von Akzeptanz (oder zumindest Toleranz) kann im Aufwind der Rechten – und angesichts der wirtschaftlichen Bedrohungen – gar nicht hoch genug gehalten werden: Staaten, in denen Rechtsextreme für Hetze auf Homosexuelle viel Beifall bekommen, grenzen gleich an Österreich. (Im Bild: Rechtsextreme attackieren im Juli 2008 ungarische Polizisten, die die Schwulenparade in Budapest begleiten)

PS: Die Lage von Lesben und Schwulen in Mittel- und Osteuropa wird von 30. Oktober bis 2. November 2008 bei der Tagung der International Lesbian and Gay Association (Ilga) in Wien ein wichtiges Thema sein. http://www.hosiwien.at

Irene.Brickner@derStandard.at

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