Haiders Vermächtnis auf der Saualm

20. Oktober 2008, 13:29
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Was bleibt von Jörg Haider? Diese Frage beschäftigt derzeit das Land und seine Denker - doch die umstrittene Asylwerberunterbringung auf der Saualm ist bei dieser Vermächtnissuche bisher unerwähnt geblieben.
Zur Erinnerung: Seit rund zwei Wochen werden in einem ehemaligen Kinderheim auf der Saualm, weitab in den Bergen im Gemeindegebiet von Griffen im Auftrag des Landes Kärnten "verdächtige" Asylwerber isoliert: Eine der letzten politischen Entscheidungen Haiders vor seinem tödlichen Autounfall. Eine, die zu massiver menschenrechtlicher Kritik von Verfassungsjuristen, Asylanwälten und dem UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR führte, weil die dort untergebrachten Asylwerber implizit als kriminell bezeichnet werden und die exponierte Lage der Alm ihnen den Kontakt zu Behörden und sonstiger Infrastruktur erschwert.

13 Kilometer sind es von der landschaftlich als idyllisch beschriebenen Alm mit dem klingenden Namen zur nächsten Ortschaft. Spätestens im Winter dürfte das Hin- und Herfahren also zu einem Problem werden. Auch von geplanter Sonderbewachung war die Rede - und der Kärntner Flüchtlingsbeauftragte Gernot Steiner steuerte zuletzt noch die Idee bei, seh- und hörbehinderte Asylwerber mit auf die Alm zu bringen.

Also: Was ist los auf der Saualm? Geht es mit der von Jörg Haider initiierten Asylwerberinsolierung weiter? Und vor allem: Was sagen jene - hoffentlich vielen - Menschen in Kärnten und ganz Österreich dazu, denen Respekt für Asylwerber wichtig ist?

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