Bausparen erlebt Renaissance

20. Oktober 2009, 12:19
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Die Österreicher bevorzugen nach wie vor klassische Anlageformen, das Sparbuch bleibt unverändert an der Spitze

Wien - Bausparen hat bei den Österreichern im dritten Quartal wieder deutlich an Attraktivität gewonnen. Es rangiert in der Beliebtheitsskala - unabhängig von der tatsächlichen Nutzung der Sparformen - mit 47 Prozent knapp hinter dem Sparbuch (53 Prozent) an zweiter Stelle. Auch das Sparbuch konnte mit diesem Wert seine 2007 gewonnene Spitzenposition leicht ausbauen. Erstmals eine leichte Erholung seit Ausbruch der Finanzkrise ist auch bei Wertpapieren (Aktien, Investmentfonds) zu beobachten. Das Interesse an Gold hat dagegen im Vergleich zum Vorquartal nachgelassen.

Bei den Österreichern überwiegt bei der Geldanlage traditionell das Sicherheitsdenken. Laut der aktuellen Umfrage der GfK-Austria zum Sparverhalten werden auch weiterhin klassische Sparformen bevorzugt. Auf der Rangliste hinter dem Sparbuch und dem Bausparen folgen: der Kauf von Eigentumswohnung oder Haus (25 Prozent), oder eines Grundstückes (24 Prozent), der Abschluss einer Lebensversicherung (20 Prozent), die staatlich geförderte Pensionsvorsorge (17 Prozent), Gold (14 Prozent), private Zusatzpension (10 Prozent) und Aktien und Investmentfonds (6 bis 7 Prozent).

Das Sparbuch feiert seit dem Beginn dieses Jahrtausends eine Renaissance. Davor war jahrelang das Bausparen am beliebtesten. Deutlich an Attraktivität verloren haben dagegen im langjährigen Vergleich Lebensversicherungen, Aktien und Investmentfonds, aber auch Grundstücke.

"Die Unsicherheit der letzten Monate in breiten Teilen der Bevölkerung wird zwar tendenziell weniger, ist jedoch noch deutlich vorhanden", erläutert GfK-Finanzmarktforscher Alexander Zeh. In den letzten acht Jahren hat sich die Beliebtheit des Sparbuches von 15 Prozent weg beinahe vervierfacht. "Die Österreicher warten ab und parken ihr Geld am täglich fälligen Sparbuch - selbst bei unattraktiven Zinsen", so Zeh.

Bei den Wertpapieren zeichnet sich im dritten Quartal eine langsame Erholung ab. War das Interesse an Aktien und Investmentfonds in den letzten beiden Quartalen im Zuge der Finanzkrise auf einen langjährigen Tiefpunkt von rund 6 Prozent gefallen, konnten sich im dritten Quartal die Aktien bei 6 bis 7 Prozent zumindest stabilisieren und Investmentfonds leicht auf 7 Prozent zulegen. Die Attraktivität von Gold hat dagegen von 16 auf 14 Prozent nachgelassen, liegt aber noch immer auf einem historischen Spitzenwert.

Auch klassische Versicherungsprodukte konnten von dieser positiven Grundstimmung profitieren: Die staatlich geförderte Pensionsvorsorge legte von 13 auf 17 Prozent zu, die klassische Lebensversicherung gewann von 17 auf 20 Prozent, die private Pensionsvorsorge stieg von 8 auf 10 Prozent. (APA)

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