Grüne Kultursprecherin Ringler geht

20. Oktober 2009, 12:15
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Nur noch Solidaritätskandidatur für nächste Gemeinderatswahl - Wechsel in Bereich der "ethischen Finanzmärkte"

Wien - Marie Ringler (34) zieht sich aus der Politik zurück: Die renommierte Kultursprecherin der Wiener Grünen kündigt an, nicht mehr für den nächsten Gemeinderat kandidieren zu wollen. "Es ist eine persönliche Entscheidung. Fünf weitere Jahre will ich nicht - ich will was Neues machen in meinem Leben", unterstrich sie und strebe nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag, dessen Legislaturperiode bis Oktober 2010 läuft, eine Tätigkeit im nicht-öffentlichen Sektor und nicht im politiknahen Bereich an: "Mein derzeitiger Fokus geht sehr stark in die Richtung 'Ethische Finanzmärkte' und der Frage, wie die Wirtschaft die Gesellschaft zum Besseren verändern kann - das sind meine Themen für die Zeit danach."

Nicht im Streit

Sie scheide jedenfalls nicht im Streit mit den Grünen und werde bei der Landesversammlung im November eine Solidaritätskandidatur abgeben. "Ich gehe nicht wie ältere Herren, wenn sie gehen - indem sie Türen knallen und ihren ganzen Grant loswerden. Ich bin nicht grantig auf die Grünen. Die Grünen sind meine politische Heimat und ich habe hier wirklich schöne Jahre erlebt - mit allen Aufs und Abs", betonte Ringler.

Abschied von Freunden

Ihre Entscheidung zu gehen, sei auch keine definitive Entscheidung gegen die Politik, sondern eher ein vorläufiger Abschied von Freunden: "Wenn die nächsten Jahre Interessantes bringen, dann können wir gerne darüber reden." Sie habe sich jedenfalls schon vor Monaten entschieden, bei der Listenerstellung im November keinen wählbaren Platz mehr anzustreben. Es sei eine Frage der Glaubwürdigkeit, dass Menschen in der Politik sich immer wieder beruflich verändern müssten, um ihren Horizont zu erweitern.

"Ich und die Grünen haben eine Zeit gebraucht, um uns aneinander zu gewöhnen", erinnerte Ringler daran, dass sie bei ihrer ersten Landesversammlung nicht auf ein sicheres Mandat gewählt wurde. Die Beziehung habe sich aber über die Jahre hinweg immer mehr vertieft. Und so sei es in den Folgejahren gelungen, grüne Kulturpolitik auf die Landkarte zu bringen. In ihrem letzten Jahr als Wiener Mandatarin wolle sie einen Schwerpunkt im Bereich der Kontrolle setzen, wobei hier Pars pro Toto der Dauerbrenner der Vereinigten Bühnen Wien zu nennen sei. Zum anderen wolle sie eine Initiative im Feld der Musik- und Filmdownloads als neue kulturelle Praxis setzen.

NachfolgerInnen

Namen möglicher Nachfolger für die Kulturagenden bei den Wiener Grünen nach ihrem Abgang hat Ringler zwar im Kopf, möchte diese jedoch nicht aussprechen: "Bei den Grünen ist es ja so, dass man, wenn man Namen nennt, den Leuten das Leben schwermacht." Für ihre eigene berufliche Zukunft gebe es derzeit noch nichts Konkretes. Sie diskutiere aber Angebote und Projekte: "Ich will jetzt auch was Anderes und was Neues machen. Ich bin ein wahnsinnig neugieriger Mensch." (APA)

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