Sal.-Oppenheim will Investmentbanking loswerden

20. Oktober 2009, 12:07
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Vertreter der australischen Macquarie Bank trafen sich mit Betriebsrat

Frankfurt - Die Anzeichen für einen raschen Verkauf der Investmentbanking-Sparte von Sal. Oppenheim an die australische Macquarie Bank mehren sich. Vertreter von Macquarie hätten sich bereits mit dem Betriebsrat der Privatbank getroffen, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen am Dienstag. Macquarie sei daran gelegen, die Verunsicherung der 450 Mitarbeiter in der Sparte zu lösen, damit die Investmentbanker nicht absprängen.

Die Australier hätten ihr Interesse an der gesamten Sparte - des Kapitalmarkt- und des Beratungsgeschäfts - bekundet. Sie verhandeln exklusiv mit Sal. Oppenheim über den Kauf der Sparte, nachdem der erste Anwärter, die italienische Mediobanca, zurückgezogen hatte.

Über die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern berichtete auch die "Börsen-Zeitung". Sal. Oppenheim und Macquarie wollten sich dazu nicht äußern.

Ein Abschluss der Verhandlungen bis Ende dieses Monats sei möglich, hieß es in den Kreisen. Ob er noch vor dem Verkauf der Mehrheit der in Probleme geratenen Privatbank an die Deutsche Bank gelingen werde, sei aber offen. Die eingehende Buchprüfung durch Macquarie laufe noch. Das Investmentbanking könne auch nachträglich abgespalten werden. Die Deutsche Bank interessiert sich nur für die vermögenden Privatkunden von Sal. Oppenheim.

Die Deutsche Bank veröffentlicht am 29. Oktober ihre Geschäftszahlen zum dritten Quartal, einen Tag zuvor trifft sich der Aufsichtsrat. Kreisen zufolge müsste die größte deutsche Bank rund eine Milliarde Euro für Sal. Oppenheim - ohne Investmentbank - auf den Tisch legen. (Reuters)

 

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