Neue ÖVP-Landesrätin

20. Oktober 2009, 11:42
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Doris Hummer wird für Bildung, Wissenschaft, Forschung sowie Jugend und Frauen zuständig sein

Linz - Doris Hummer, bis vor wenigen Tagen Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Oberösterreich, erhält mit Bildung, Wissenschaft, Forschung, Jugend und Frauen ein Großressort. Im Betrieb ihrer Eltern, einem Dach- und Fassadenhersteller, ist sie bisher für das Personalmanagement und das Marketing zuständig. Seit 2002 betreibt sie gemeinsam mit einer ehemaligen Studienkollegin zusätzlich eine Agentur für Mystery-Shopping und Marktforschung. Aus ihren unternehmerischen Tätigkeiten wird sie sich nun zurückziehen. Details zum Stand der Regierungsverhandlungen gab Landeshauptmann und ÖVP-Chef Josef Pühringer am Dienstag nicht preis.

"Absolute Quereinsteigerin"

In ihrer bisherigen Tätigkeit sei es darum gegangen, "sich die Kundenbrille aufzusetzen", so die neue Landesrätin. Diese Erfahrung wolle sie auch nutzen, um die Sicht der Bevölkerung in die Politik einzubringen, betonte sie. Hummer ist Parteimitglied, betrachtet sich aber als "absolute Quereinsteigerin". Ihre Aufgabenbereiche sind für sie "Zukunftsagenden". Vor allem im Bildungsbereich will sie "gemeinsam mit den Lehrern neue, mutige Wege gehen". Darauf, wie diese genau aussehen sollen, wollte sie noch nicht detaillierter eingehen.

Er habe insgesamt zwölf Kandidaten auf seiner Liste gehabt, so Landeshauptmann Josef Pühringer (V). Hummer und er hätten am Samstag zu Mittag das erste Gespräch geführt, am Sonntagabend habe sie sich entschieden, das Angebot anzunehmen. Für ihn stehe im Vordergrund, dass die neue Landesrätin Erfahrung in der Personalführung habe und wisse, was es heiße, Verantwortung zu tragen. 

Riesenressort wartet auf sie

Für die erste Frau, die die ÖVP in die Landesregierung entsendet, wird eine neues Mega-Ressort geschaffen: Pühringer gibt seine bisherigen Agenden Schule und Universitäten an die Neue ab. Er behält aus diesem Gebiet lediglich einige Funktionen, die an das Amt des Landeshauptmannes gebunden sind - wie etwa die des Landesschulratspräsidenten. Damit wandern etwa ein Drittel von Pühringers Zuständigkeiten zu Hummer.

Vom Wirtschaftsressort gehen Bildungs- und Wissenschaftsagenden an das Neo-Regierungsmitglied, aus dem Aufgabengebiet des scheidenden Landeshauptmann-Stellvertreters Erich Haider (S) erhält Hummer das Bildungskonto. Zu weiteren Details der Regierungsbildung ließ sich Pühringer noch nichts entlocken, er will erst am Donnerstag - und damit einen Tag vor der konstituierenden Landtagssitzung - die Öffentlichkeit darüber informieren. Der Landeshauptmann ließ lediglich durchklingen, dass der bisherige ÖVP-Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl, dessen Verbleib als unsicher galt, wieder der Landesregierung angehören dürfte. Allerdings scheint eine größere Umbildung der Zuständigkeiten bevorzustehen.

Das BZÖ, das es bei der Wahl nicht in den Landtag geschafft hat, forderte erneut eine Verkleinerung der "aufgeblähten" Landesregierung von neun auf sieben Mitglieder. ÖVP, SPÖ, Grünen und FPÖ gehe es um Macht, Proporz und eigene Jobs, kritisierte der orange Landessprecher Rainer Widmann in einer Aussendung. Wenn die Verwaltung mit sieben nach außen wirksamen Direktionen auskomme, sollten aber auch weniger Landesräte reichen. Widmann: "Das spart nicht nur Geld, sondern würde für alle auch klare Zuständigkeiten schaffen." (APA)

  • Doris Hummer, neue Landesrätin in Oberösterreich
    foto: der standard

    Doris Hummer, neue Landesrätin in Oberösterreich

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