"Sind auf alle Fälle hungriger"

20. Oktober 2009, 12:06
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ÖFB-Tormannn sieht Steigerung im Vergleich zur Champions League-Teilnahme und schätzt Hapoel hoch ein: "Wir wissen, dass sie genauso gut sind wie HSV und Celtic"

Tel Aviv - Ein bisschen fühlt sich Rapid-Goalie Helge Payer derzeit an die Zeit vor vier Jahren erinnert. Damals schafften die Hütteldorfer als österreichischer Fußball-Meister den Einzug in die Champions League und entfachten eine ähnliche Begeisterung, wie sie heute rund um die Grün-Weißen herrscht - mit einem Unterschied: Aus der Eliteliga nahm Rapid ohne einen einzigen Punkt Abschied, vor dem Europa-League-Match am Donnerstag in Israel gegen Hapoel Tel Aviv hingegen hat die Truppe von Peter Pacult blendende Aufstiegschancen.

"Man muss aber schon sagen, dass wir damals in der Champions League mit Juventus, Bayern und Brügge auch andere Kaliber gehabt haben", betonte Payer. Dennoch resultieren für den ÖFB-Teamtormann die vier Punkte aus den bisherigen zwei Partien nicht nur aus der geringeren Qualität der Gegner. "In der Champions League waren wir als Mannschaft noch nicht gefestigt. Ich weiß auch nicht, ob wir jetzt besser sind als damals, aber wir sind auf alle Fälle hungriger", erklärte der Oberösterreicher.

Vergleichbar sind für Payer die Begleitumstände der beiden Hochphasen. "Als wir in der Champions League gespielt haben, war die Euphorie ähnlich. Nur ist seither das Fan-Potenzial weiter gestiegen, weil so gute Arbeit im Umfeld geleistet wird."

Warnung vor dem Gegner

Mit einem Punktgewinn im Bloomfield Stadium von Tel Aviv soll die Begeisterung noch einmal gesteigert werden. Allerdings wartet auf Rapid nur der vom Namen her schwächste Gegner, denn die Israelis zeigten beim 2:1 daheim gegen Celtic und beim 2:4 auswärts gegen den HSV, dass sie ein ernsthafter Anwärter auf die beiden Aufstiegsplätze sind. "Wir wissen, dass sie genauso gut sind wie der HSV und Celtic", sagte Payer.

Rapid werde sicher nicht den Fehler begehen, den Gegner zu unterschätzen. "Wir sind in jedem Spiel voll motiviert, weil wir ein Riesenziel - den Aufstieg - haben", meinte der 30-Jährige, auf dessen Team ein völlig anderer Gegner als in den beiden Gruppenspielen wartet. Während der HSV und Celtic vor allem über ihre physischen Stärken ins Spiel kommen, kann Hapoel auf viele quirlige und trickreiche Kicker zurückgreifen. "Aber uns ist es relativ egal, wie der Gegner spielt. Wir achten zwar darauf, was die anderen besonders gut können, konzentrieren uns aber vor allem auf unsere eigenen Stärken", sagte der Tormann.

17.000 Zuschauer im Bloomfield Stadium

Payer landete mit seinen Kollegen bereits am Montagabend in Tel Aviv, um sich optimal auf die dortigen Verhältnisse mit derzeit rund 30 Grad einstellen zu können. Die offizielle Club-Delegation folgt am Mittwoch, am Donnerstag heben noch zwei Fan-Flieger von Wien-Schwechat in Richtung Israel ab, womit rund 700 Rapid-Anhänger im gut 17.000 Zuschauer fassenden Bloomfield Stadium sitzen werden.

Der große Fan-Ansturm ist dann für 2. Dezember zu erwarten, wenn Rapid in Hamburg antritt. Die 7.000 von den Deutschen zur Verfügung gestellten Tickets wurden bereits allesamt abgesetzt, außerdem besorgten sich zahlreiche Hütteldorfer Fans auch über deutsche Kanäle Karten. Clubservice-Leiter Andreas Marek rechnet daher mit 8.500 Grün-Weißen in der Nordbank-Arena, in der bei internationalen Partien circa 51.500 Besucher Platz finden. (APA)

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    Helge Payer: "In der Champions League waren wir als Mannschaft noch nicht gefestigt"

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