Stellenstreichungen bei Deutscher Post

20. Oktober 2009, 11:22
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Das Aus des Versandhändlers könnte Konsequenzen haben: Die Deutsche-Post-Tochter DHL wickelt die Warenhauslogistik ab

Düsseldorf - Nach dem Aus des Versandhändlers Quelle drohen bei der Deutschen Post Stellenstreichungen. Es sei noch zu früh für eine endgültige Entscheidung, sagte Post-Sprecher Claus Korfmacher am Dienstag. Es werde derzeit beraten, welche Konsequenzen zu ziehen seien.

Der Insolvenzverwalter des Quelle-Mutterkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, hatte am Montagabend den geplanten Verkauf der Versandhandelsgruppe Primondo - ein großer Post-Kunde - als Ganzes für gescheitert erklärt. Am Nachmittag will Görg die Quelle-Belegschaft in Fürth über die Schließung des Deutschlandsgeschäfts des Universalversenders informieren.

Die Post hatte sich bereits im Juli mit der Gewerkschaft Ver.di auf die Verkürzung der Kündigungsfristen für Tarifverträge von rund 3.000 Beschäftigten verständigt, die die Logistik für die Arcandor-Töchter Karstadt und Quelle abwickeln. Der überwiegende Teil dieser Mitarbeiter arbeite für die Karstadt-Warenhäuser, so Korfmacher.

Keine Angaben zum Umsatzvolumen

Zum Umsatzvolumen, das die Post jährlich aus Aufträgen der Arcandor-Versandhandelssparte Primondo mit Quelle und Karstadt erzielt, macht der Konzern keine Angaben. Die Post-Tochter DHL hatte 2005 die Warenhauslogistik für den Essener Konzern sowie das Versenden von Gütern wie Kühlschränken für eine Laufzeit von zehn Jahren übernommen. Damals waren die Post und Arcandor von einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 500 Mio. Euro ausgegangen.

Für das Druckunternehmen Prinovis, das die Quelle-Kataloge druckt, bleibt die Schließung des Versandhändlers zunächst ohne Auswirkungen. "Für uns bedeutet das nichts", sagte ein Sprecher des Gemeinschaftsunternehmens der Medienkonzerne Bertelsmann und Axel Springer. Das Management habe für das kommende Jahr sehr konservativ geplant. Daher sei derzeit auch kein Stellenabbau vorgesehen.

Arcandor war im Sommer in die Insolvenz geschlittert und und mit ihm die Versandtochter Quelle sowie die Warenhäuser Karstadt. Insolvenzverwalter Görg erklärte, für Primondo habe keiner der vier Interessenten in der vorgegebenen Frist ein Angebot abgegeben. Die nun bevorstehende Schließung werde nochmals 1.500 Arbeitsplätze bei Quelle kosten. Für 2.500 der 10.500 Beschäftigten war bereits ein Sozialplan ausgehandelt worden. (APA)

 

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