Wiens Gründerzeit-Häuser verschwinden langsam

20. Oktober 2009, 11:13
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Nachfrage in "trendigen Grätzeln" mehrmals so hoch wie Angebot - Otto Immobilien: Innenstadt-Lagen ab 3.000 Euro pro Quadratmeter

Die Gründerzeit-Zinshäuser verschwinden nach und nach aus dem Wiener Stadtbild. Nur noch rund zehn Prozent aller Gebäude in der Bundeshauptstadt (etwa 15.000 Häuser) fallen noch in diese klassische Kategorie - und mehr als ein Prozent davon verschwindet jedes Jahr durch Abbruch oder Aufteilung in Wohnungseigentum. Den größten Bestand weisen die Bezirke 7, 8 und 9 auf, wo knapp 40 Prozent der Gebäude in diese Kategorie fallen. Am teuersten sind sie in der Inneren Stadt mit Preisen von 3.000 bis 5.000 Euro je Quadratmeter, geht aus dem Ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht von Otto Immobilien hervor.

Die billigsten Gründerzeit-Zinshäuser - Gebäude aus den Jahren 1848 bis 1918 im Stil des Historismus, an denen kein Wohnungseigentum begründet wurde - finden sich in den Bezirken 10 und 11 mit Renditen von bis zu 7,5 Prozent, aber höherem Risiko. In der Innenstadt liegen die Renditen bei vergleichsweise niedrigen 2 bis 4 Prozent, wurde am Dienstag bei der Präsentation des Berichts erklärt.

Für viele Investoren sei der Wiener Zinshausmarkt gerade in Zeiten unsicherer Börsen die verlässlichste Anlageform. 2008 sei in dem Sektor fast eine halbe Milliarde Euro umgesetzt worden, für heuer erwarte man vor allem für das zweite Halbjahr eine Steigerung gegenüber der ersten Jahreshälfte. Für 2010 gebe es Anzeichen, dass größere Pakete den Eigentümer wechseln werden.

In einigen Gebieten, etwa "trendigen Grätzeln", sei die Nachfrage nach geeigneten Objekten bis zu fünfmal größer als das Angebot, sagte Richard Buxbaum, Leiter der Abteilung Wohnimmobilien und Zinshäuser bei Otto Immobilien. Als "Top Trends" gelten derzeit sanierte Standardhäuser in den Bezirken 3 bis 9, die Gebiete der Stadtentwicklung rund um den künftigen Zentralbahnhof sowie den West- und Nordwestbahnhof, das Stuwerviertel in der Leopoldstadt sowie der Bereich Schlossquadrat bis hin zum Naschmarkt. Das klassische Gründerzeit-Haus verdiene den Rang eines Gesamtdenkmals der historischen Stadtstruktur der modernen Weltstadt Wien, so Otto. (APA)

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