OMV fördert wieder mehr Öl und Gas

20. Oktober 2009, 10:37
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Die Gesamtproduktion erhöhte sich leicht, die Referenz-Raffineriemargen sanken in den vergangenen Monaten auf einen neuen Tiefpunkt

Wien - Der OMV-Konzern hat im 3. Quartal etwas mehr Öl und Gas gefördert als im Vorquartal. Die Gesamtproduktion erhöhte sich leicht von 315.000 auf 317.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag (boe/d), wie das Unternehmen in seinem Quartals-Zwischenbericht am Dienstag bekanntgab. Davon entfielen unverändert 185.000 boe/d auf die rumänische Petrom. Die OMV-Referenz-Raffineriemargen erreichten mit 1,30 (1,64) Dollar pro Fass einen neuen Tiefpunkt der vergangenen Vierteljahre.

Im 1. Quartal lag sie noch bei 4,26 Dollar/bbl. Im 3. Quartal d.J. ist ein Netto-Sonderaufwand von rund 15 Mio. Euro vor allem durch Abschreibung von Explorationslizenzen in Russland sowie Personalrestrukturierungskosten angefallen, wie es heißt.

Um den Cash-Flow des OMV-Konzerns im Jahr 2010 abzusichern, wurde im 2. Quartal ein Rohöl-Hedging (Zero-Cost-Struktur) für eine Menge von 63.000 Fass/Tag mit einem Floor von 54 Dollar pro Fass und einem Cap von 75 Dollar abgeschlossen. Im 3. Quartal trugen diese Hedges vor allem aufgrund von Zeitwertgewinnen rund 39 Mio. Euro zum E&P-EBIT bei, berichtete die OMV am Dienstag, was im 2. Quartal verbuchte Verluste hauptsächlich aus dem Zeitwert von 108 Mio. Euro teilweise ausgleichen konnte.

Erträge bzw. Verluste aus der Änderung des Zeitwerts dieser Instrumente werden über die Laufzeit, d.h. bis Ende 2010, gegen Null laufen, so das Unternehmen. Die 2008 für Aktivitäten im Jahr 2009 abgeschlossenen Hedges trugen demzufolge mit 49 Mio. Euro positiv zum E&P-EBIT des 3. Quartals bei.

Erdgas-Verkaufsmenge über Vorquartal

Bei der im 3. Quartal auf 317.000 Fass/Tag leicht erhöhten OMV-Förderung entwickelte sich nach Unternehmensangaben das Ölfeld Maari (Neuseeland) gut und lieferte mehr Rohöl, allerdings wirkten sich die niedrigeren OPEC-Quoten Libyens weiter negativ aus. Bei Petrom stieg wegen des Starts eines Offshore-Ölfelds und der kontinuierlichen Zunahme in Komsomoskoe (Kasachstan) die Ölproduktion leicht an. Allerdings förderte die Petrom im 3. Quartal etwas weniger Gas, erklärte die OMV am Dienstag im Zwischenbericht weiter.

Der schwächere Dollar wirkte sich positiv auf die in US-Dollar notierten Kosten aus, doch belastete er die in Euro berichteten Erlöse. Der Explorationsaufwand lag im 3. Quartal über Vorquartal, teils wegen der Abschreibung von Explorationslizenzen in Russland. Die Differenz zwischen Brent und dem von der OMV realisierten Ölpreis dürfte gegenüber dem 2. Quartal gesunken sein, wird angenommen.

Geringer Mitteldestillat-Spread

Dass sich die Raffineriemargen weiter verringert haben, ist laut OMV auf den sehr geringen Mitteldestillat-Spreads (bei leichtem Heizöl, Diesel und Kerosin) und den zusätzlich hohen Rohölpreis, was die Eigenverbrauchskosten hochtrieb, zurückzuführen. Zusätzlich belasteten ein weiterer Ölpreisanstieg sowie ein geringerer Urals-Abschlag (gegenüber Brent) die OMV-Margen infolge erhöhter Eigenverbrauchskosten vor allem bei Petrom. Die Raffinerie-Verkaufsmenge lag mit 5,55 Mio. t unter Vorjahr, aber über dem Vorquartal. In der Petrochemie verbesserte sich das Margenumfeld. Im Marketing stiegen die Verkaufsmengen bei Tankstellen und Commercial-Geschäften.

Bei Gas & Power lagen die Verkaufsmengen in Supply, Marketing und Trading im 3. Quartal nahezu auf Vorjahresniveau. Das Plus bei den EconGas-Verkaufsmengen im Ausland im Jahresabstand habe zu höheren Gesamtverkaufsmengen geführt, so die OMV. Die gesamte Erdgas-Verkaufsmenge lag im 3. Quartal mit 2,16 Mrd. m3 über dem Vorquartal (2,08 Mrd. m3), aber unter dem 3. Quartal 2008 (2,21 Mrd. m3). Die Petrom-Verkaufsmengen stiegen gegenüber dem Vorquartal um 15 Prozent, Folge einer leichten Erholung des Erdgasverbrauchs in Rumänien; im Jahresabstand sanken sie aber um 8 Prozent von 1,05 auf 0,99 Mrd. m3, während der rumänische Markt noch stärker absackte. Im Transport-Geschäft konnte man mehr Mengen als ein Jahr zuvor absetzen, das Speichergeschäft zeigte im selben Periodenvergleich wegen zusätzlicher Kapazität ebenfalls höhere Verkaufsmengen.

Solide Performance von Borealis

Positiv auf das at-equity-Ergebnis wirkten sich laut Zwischenbericht im 3. Quartal die "solide Performance" von Borealis sowie preisbedingte Lagerhaltungsgewinne aus. Das Petrol-Ofisi-at-equity-Resultat wurde demnach von einer geringfügigen Aufwertung der türkischen Währung gegenüber dem Dollar gestützt.

Der Effektivsteuersatz werde im 3. Quartal in etwa auf dem Niveau des 2. Quartals erwartet, heißt es im Zwischenbericht. Die kompletten Ergebnisse des 3. Quartals gibt die OMV am 10. November bekannt. Die Aktie hat zuletzt am Montag um 1,9 Prozent auf 29,93 Euro zugelegt. Dienstagfrüh stieg sie in den ersten Handelsminuten um ein Prozent auf 30,23 Prozent, ziemlich konform mit dem ATX. (APA)

 

 

 

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