US-Drogenpolitik

Mit Kopfweh zur Marihuana-Lizenz

Michael Kremmel, 20. Oktober 2009, 11:45
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    foto: (cc) michael dorausch/flickr.com

    Das Kush-Clubhouse in Venice Beach profitiert von den Kliniken in unmittelbarer Nähe, die Marihuanalizenzen ausstellen.

Kaum an einem Ort in den USA wird Marihuana so offensiv beworben wie in Venice Beach

Der Boardwalk von Venice Beach in Kalifornien ist seit jeher ein Ort der Straßenkünstler, Bodybuilder, Artisten und Aussteiger. Heute ist die bunte Meile jedoch vor allem auch bekannt für die offensive Bewerbung von Marihuana. Kaum ein Meter auf dem einem niemand eine Lizenz andrehen will, sodass man in Zukunft unbeschwert kiffen darf: "Get your legal smoke tonight!"

Offiziell sind es medizinische Gründe, doch in Venice nimmt das nicht jeder so genau. Auf den Plakaten stehen zwar mit großen Buchstaben schwere Krankheiten wie Krebs, Aids und Multiple Sklerose, jedoch bekommt man die Lizenz auch für alle anderen Krankheiten, für die der Konsum von Marihuana zur Bekämpfung von Symptomen oder zur Schmerzlinderung hilfreich sein könnte. 

Stress und Schlaflosigkeit gegen Strafverfolgung

Die zahlreichen Kliniken, die sich zwischen Souvenirshops und Läden für Kifferzubehör angesiedelt haben, konkurrieren nicht nur im Preis, auch das Personal muss die richtigen Tipps für Interessierte bereithalten.  Denn es werden sowohl gesunde als auch kranke, Touristen wie Einheimische angeworben. Die Diagnosen, meist Stress, Kopfweh und Schlaflosigkeit, stellt dann das Werbepersonal schon draußen auf der Straße. Mit diesen Tipps soll es leichter fallen, eine Empfehlung des Arztes zu bekommen, mit der man auf befristete Zeit vor Strafverfolgung geschützt ist.

Die Lizenz zum Kiffen kostet rund hundert Dollar, je nachdem welche Wartezeiten und genauen Untersuchungen man bereit ist in Kauf zu nehmen. In der Regel ist es aber mit dem Ausfüllen eines Fragebogens und einigen Fragen des Arztes getan, der dann über die Erteilung der Lizenz entscheidet. Sollte der Bescheid negativ ausfallen, gibt es auch Kliniken, die eine Geld-zurück-Garantie anbieten. (krm, derStandard.at, 20.10.2009)

Kommentar posten
16 Postings
Mein Senf dazu
 
10
21.1.2010, 01:18
Wer nicht totkrank ist

und trotzdem für schlechtes Gedächtnis und träges Hirn Geld ausgeben will, hat nicht viel Ahnung, was das Leben sonst noch zu bieten hat.
U/nd: Pot-smokers are lousy lovers!

A. B.2
00
20.10.2009, 20:45
und in europa wird sogar amsterdam immer restriktiver

hotzenplotz1001
00
21.10.2009, 13:33
Seit wann?

thomazz
11
21.10.2009, 13:42

seit einigen jahren. ich erinnere beispielsweise an das pilz-verbot.

Der Anarchosyndikalist
 
01
21.10.2009, 20:10

Nee, ich bin Amsterdamer, und merk nix.

Schwedenbåmbe
01
20.10.2009, 19:37

Hach - seufz - wer hätte gedacht, dass ich es einmal fuer wuenschenswert finden wuerde, in den USA zu leben...

gomey
00
20.10.2009, 20:01

gibt genug länder in europa, wo kiffen legal ist oder zumindest toleriert wird. dafür müssen sie nicht in die USA reisen :)

eine kleine dezime
01
20.10.2009, 14:44

Rechnet sich das? Wieviel kostet denn das legale Weed?

weizen
00
3.11.2009, 14:15

rechnet sich leider gar nicht. am schwarzmarkt in kalifornien bekommt man gutes gras bereits um 10 $ pro unze (28 gramm), während man legal 30-40 $ zahlt. dennoch zahlt es sich aus den medical pass zu holen, um zb bei verkehrskontrollen besser dazustehen...

hotzenplotz1001
00
21.10.2009, 13:35
Wie beschrieben kosten die Lizenz rund 100 Dollar, das rechnet sich auf jeden Fall.

Mucosaprolaps
10
20.10.2009, 14:59

Das rechnet sich auf jeden Fall. Die US-Behörden dürfen Tatorte beschlagnahmen: Wer im Auto kifft, dessen Auto wird beschlagnahmt; wer in seinem Haus mit Freunden beim Kiffen erwischt wird, dessen Haus wird zwangsversteigert. War zumindest vor ein paar Jahren noch so; daher sieht man ja auch in Filmen die Undercover-Cops und DEA oft mit mördergetunten Zuhälterschlitten herumbrausen.

hotzenplotz1001
00
21.10.2009, 13:36
Wo haben Sie von diesen Zwangsversteigerungen erfahren, Mucosaprolaps?

Gschamster Diener, Herr Direktor!
01
20.10.2009, 14:04
Fuck :D

Ich hab zwei Krankheiten, für die ich in Kalifornien Marihuana auf Rezept bekäme. Tjo, scheisse, ned.

Po Polos
00
20.10.2009, 15:53

Für diese Rezeptgebühr kannst du doch auch schon nach Amsterdam fliegen und bist am Abend wieder zurück.

Anarchoskinhead
 
00
21.10.2009, 20:11

-.-

Grammelschmalzbrot
02
20.10.2009, 12:18
Das nenne ich doch mal "liberale Marktwirtschaft"


;-)

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