Differente (jüdische) Identitäten verstehen

20. Oktober 2009, 10:45
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In einem Projekt der Lauder Chabad Schule Wien beschäftigten sich SchülerInnen mit anderen Kulturen

Die Anderen und wir. Oder das Fremde versus das Vertraute. Als sich SchülerInnen der Lauder Chabad Schule - alle zwischen 15 und 18 Jahre jung - von Februar 2008 (Adar 5768) bis Oktober 2009 (Heschwan 5769) zu zahlreichen Workshops trafen, ging es darum, ihre Werte, ihr religiöses und kulturelles Verständnis und ihre Identität sehr persönlich zu entdecken. Es ging vor allem darum, dies vor dem Hintergrund der geschichtlichen Katastrophe des NS-Regimes zu tun. Die Umsetzung sollte jedoch künstlerisch - mittels Malerei, Illustration, Film und Fotografie - geschehen  Nun ist es soweit und die Ergebnisse können in einer Ausstellung betrachtet werden.

Ziel: Die Vielfalt verstehen und respektieren

Aufgrund dieser Workshops haben die SchülerInnen mithilfe der Kunst entdeckt, ihre persönliche Wahrnehmung und ihre Ideen auszudrücken. Kunst wurde zum Mittel, die eigene Gesellschaft und andere Menschen zu verstehen, und aufzuzeigen wie bestimmte Menschengruppen mit Stereotypen versehen werden. Sie ermöglichte ihnen, sich der "Unterschiede" zu erfreuen und diese zu akzeptieren.

Die Ausstellung im Stadion Center feiert die reiche Vielfalt des jüdischen Lebens. Und die Jugendlichen der Lauder Chabad Schule haben freudvoll genau das gefeiert. Dadurch, dass sie die Gelegenheit hatten, sich auf symbolische Weise künstlerisch auszudrücken, haben sie gezeigt, dass das Annehmen der eigenen Identität bedeutet, sich selbst in seiner ganzen Vielfalt anzunehmen.
Jede/r ist einzigartig, und so erfährt und interpretiert niemand ihr/sein Vermächtnis, ihre/seine Tradition oder ihre/seine Kultur auf dieselbe Weise.

Die Ausstellung findet auch im Rahmen der, 2007 gegründeten Bezirkspartnerschaft Leopoldstadt- Brooklyn statt. Angedacht ist, diese Ausstellung in Brooklyn zu zeigen und vice versa die Kunstwerke der Lauder Chabad Partnerschule in Wien.

Hintergrund: Die Geschichte des Ernst Happel Stadions

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadion für militärische Zwecke verwendet (als Kaserne und Planungs-Zentrale) und als Sammelpunkt für die Deportation jüdischer MitbürgerInnen bevor sie nach Buchenwald geschickt wurden.

Zwischen dem 11 und 13 September 1939, nach dem Angriff auf Portland, waren über 1000 in Polen geborene Wiener Juden auf Anordnung Reinhard Heydrichs in Gewahrsam. Sie wurden in Gängen der Sektion B unter der Tribüne eingesperrt. Am Morgen des 25. September begann eine "anthropologische Kommission" unter der Leitung von Dr. Josef Wastl, dem Kustos der anthropologischen Abteilung im Naturhistorischen Museum in Wien, mit "rassekundlichen" Untersuchungen an den Inhaftierten.

Am 30 September wurden 1038 Gefangene in das Lager Buchenwald deportiert, 60 Männer haben überlebt. Am 1. Oktober wurde es wieder als Fussball-Stadion verwendet. Seit 13. November 2003 erinnert eine Gedenktafel an diese Ereignisse. (red)

Eröffnung: Mittwoch, 28.Oktober 2009, 16:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. Oktober - 11.November 2009
Ort: Stadion Center, 1020 Wien Olympiaplatz 2 (1.Obergeschoss)

  • Schülerinnen der Lauder Chabad Schule Wien-Leoplodstadt präsentieren ihre Kunstwerke.
    foto: lauder chabad schule

    Schülerinnen der Lauder Chabad Schule Wien-Leoplodstadt präsentieren ihre Kunstwerke.

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