Planung von Forschungsprojekten mangelhaft

20. Oktober 2009, 10:11
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Nur jedes dritte F&E-Projekt führt zu einer Markteinführung - Trotz Mehrausgaben fehlende Effizienz

Wien - Viele Unternehmensführer sind mit den Ergebnissen ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit unzufrieden, da diese oft in keiner Relation zu den eingesetzten Mitteln stehen. Nur jedes dritte F&E-Projekt führt zu einer Markteinführung. Das geht aus einer Studie der Management-Consultants Horváth & Partners hervor, die jetzt in Wien vorgestellt wurde. Planung und Timing des Markteintritts von innovativen Produkten gerade in wirtschaftlich schwiergen Zeiten seien wettbewerbsentscheidend.

Die aktuelle Studie "F&E-Controlling" der Management-Consultants Horváth & Partners beschäftigt sich mit der erfolgreichen Steuerung von Produktentwicklungen, eine zentrale Herausforderung für den Erfolg jedes Unternehmens. Etwa 100 Geschäftsführer und CEOs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen an der Untersuchung teil. Dabei zeigte sich, dass die Manager vor allem mit der Zielerreichung ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilung unzufrieden sind.

F&E-Ausgaben steigen kontinuierlich

Aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts und gestiegener Kundenanforderungen wird die Produktentwicklung immer komplexer. "Trotz Umsatzeinbrüchen und schrumpfenden Gesamtbudgets steigt die Bedeutung von Forschung und Entwicklung", so Studienleiter Timo Riedrich. Die befragten Unternehmen haben so etwa den Mitarbeiteranteil in den F&E-Abteilungen im letzten Jahr um vier Prozent gesteigert. Zudem steigt der Anteil der F&E-Aufwendungen jährlich um durchschnittlich 5,5 Prozent gestiegen.

Nur zwei von drei Projekten erreichen vorgegebene Ziele

Obwohl die Unternehmen Personal und Finanzierung ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ausgebaut haben, sind sie nicht vollständig zufrieden. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer beklagt, dass kosten- und zeitbezogene Zielsetzungen nicht erreicht werden. Nur zwei von drei Entwicklungsprojekten (63 Prozent) erreichten überhaupt die vorgegebenen Ziele. "Diese offensichtliche Ressourcenverschwendung ist gerade wegen des immensen Kostendrucks kritisch", sagt Dominik Erhardt, Consultant bei Horváth & Partner.

Der Großteil des Projektbudgets und der Projektdauer entfällt auf die späten Phasen des Produktentwicklungsprozesses. Mehr als die Hälfte der Projektdauer (50,7 Prozent) wird in die Produktentwicklung investiert. Ideenfindung und -auswahl benötigt nach den Studienteilnehmern 14,9 Prozent, Produktdefinition 19,0 Prozent der Gesamtdauer, wobei in diesen Phasen mehr als drei Viertel aller Projekte frühzeitig abgebrochen werden. Die Markteinführung benötigt knapp ein Fünftel des budgetierten Entwicklungsbudgets, in dieser Schlussphase werden nur mehr 5,2 Prozent aller Projekte abgebrochen. "Projekte mit geringen Erfolgsaussichten sollten in frühen Phasen des Entwicklungsprozesses abgebrochen werden, bevor sie wertvolle Ressourcen verbrauchen", meint Timo Riedrich. (red, derStandard.at)

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    Forschung und Entwicklung: Kosten- und zeitbezogene Zielsetzungen werden oft nicht erreicht

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