Oberstes Gericht: Wiederwahl Ortegas zulässig

20. Oktober 2009, 09:08

Faktische Änderung der Verfassung - Begründung für die Entscheidung noch nicht bekannt

Managua - Der Oberste Gerichtshof Nicaraguas hat am Montag (Ortszeit) überraschend eine mögliche Wiederwahl von Präsident Daniel Ortega zugelassen. Zugleich wiesen die Richter die Wahlbehörde an, Ortega als Kandidaten zu der Wahl 2011 zuzulassen. Das Urteil der Richter kommt einer faktischen Änderung der Verfassung des mittelamerikanischen Landes gleich. Sie verbietet die sofortige Wiederwahl eines Amtsinhabers.

Eine Begründung für die Entscheidung der Richter, unter denen mehrere den Sandinisten von Ortega nahe stehen, wurde zunächst nicht bekannt. Ortega hatte sich in den vergangenen Wochen vergeblich im Parlament um eine Verfassungsänderung bemüht, um seine Kandidatur 2011 sicherzustellen.

Ortega war einer der Rebellenkommandanten, die 1979 den nicaraguanischen Diktator Anastasio Somoza stürzten. Anschließend errichteten Ortega und seine Gefolgsleute eine sozialistisch geprägte Regierung mit enger Anlehnung an den Warschauer Pakt und Kuba. 1985 wurde er für fünf Jahre zum Präsidenten gewählt und nach einer Pause in der Opposition 2006 erneut in das höchste Staatsamt gewählt. (APA)

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Horst Holger
00
27.10.2009, 23:48
dann hat also Ortega ganz gut vom kleinen Hugo im nahen Venezuela gelernt

und wie man sich die Richter gefügig macht. Da ich im Falle Nicaragua nicht allzu informiert bin (außer zu den verbindungen Chavez-Ortega) würde mich interessieren, ob an den Gerichtshöfen in Nicaragua auch schon die Seilschaften von Ortega das Sagen haben. In Venezuela wurden alle nicht hörigen-Richter von den Chavisten an den Gerichten ausgetauscht. Weiss jemand, wie das im Falle Nicaragua aussieht?

angelikapri
02
21.10.2009, 17:55

ich verstehe die ganze aufregung nicht. wenn der standard schreibt, einige richter stehen der fsln nahe muss man schon mit aller deutlichkeit sagen, das im obersten gerichtshof die plc die mehrheit hat. also bitte bei den fakten bleiben.
ich finde es erschreckend wie schlecht recheriert wird und welche polemik sofort ausbricht.
was spricht gegen eine wiederwahl. die regierung hat auch versprochen internationale wahlbeobachter zuzulassen.

Der Neue Mensch
00
21.10.2009, 23:21
Opposition beschuldigt Alemán mit Ortega gemeinsame Sache zu machen

"Managua, 21 oct (EFE).- La opositora Coalición Democrática acusó hoy al ex gobernante nicaragüense Arnoldo Alemán de ser "cómplice" del fallo de la sala constitucional de la Corte Suprema de Justicia (CSJ) que allana el camino a la reelección del presidente Daniel Ortega."

http://es.noticias.yahoo.com/9/2009102... e34ad.html

Und noch ein wenig mehr zum Verhältnis Ortega - Alemán:
http://www.taz.de/1/politik... nd-wieder/

Nicolas Castillo
00
21.10.2009, 20:09
was spricht gegen eine Wiederwahl ?

die Verfassung, ganz einfach! Und die können nicht einfach mal ein paar Richter aushebeln. Das spricht dagegen.

karim massoul
12
22.10.2009, 17:35

Meinen Sie das Honduras Beispiel??

Nicolas Castillo
20
23.10.2009, 10:37
Lieber Karim, ...

wie ich Ihnen gelegentlich in früheren Posts mitteilte, ist die Situation in Honduras genau schäbig, nur von der anderen Seite.

Mir gefällt beides nicht, ihnen gefällt nur Honduras nicht.

Merken Sie den Unterschied?

karim massoul
01
24.10.2009, 15:37

Sie liegen vollkommen falsch,ich mag die Menschen in Honduras-nur nicht die Menschen die eine demokratisch gewählte Regierung weg putschen.Wenn Sie damit keine Probleme haben ist es ihre Sache.

Nicolas Castillo
00
26.10.2009, 08:44
Sie haben mein Post nicht verstanden. oder?

hansito
31
22.10.2009, 17:59

Nein, meint er nicht, denn hier gehts eindeutig um Nicaragua oder könnens nicht lesen!?

souldoubt
 
00
21.10.2009, 16:05
Ortega, Uribe, Arias...

Das Problem an LA ist (wieder einmal) der Populismus. Ich schau' hier aus meinem Buero und sehe wie die Hanseln mit den FSLN Flaggen durch die Strassen laufen und die Haueser mit "Viva Daniel"-Schriftzuegen schmuecken. Das gleiche passiert in Kolumbien (auf der, ideologisch betrachtet, anderen Seite des politischen Spektrums) mit Alvaro Uribe. Uribe und Arias schlagen schliesslich in diesselbe Kerbe wie Ortega, Morales und Chavez - auch sie unternahmen Schritte um wiedergewaehlt werden zu koennen. D.h. ob rechts/links, konserv./liberal ist voellig powidl

hansito
32
22.10.2009, 18:02

Ganz so powidl ists vielleicht doch nicht! In Kolumbien hat sich alles zum Besseren gedreht, in Nicaragua, Venezuela hingegen nicht! Das ist bestimmt nicht powidl! Aber ich Ihnen recht - die Linken Extremen oder die Rechten Extremen - das macht keinen Unterschied, sind alle gleich verblödet ähhhhh verblendet!

Austro-Spanier0
00
21.10.2009, 18:46
Sie müssen ja Augen wie ein Luchs haben,

wenn sie von Nicaragua bis nach Kolumbien sehen können.

Parkaboy
00
21.10.2009, 18:06

In welcher Gegend Managuas (ich nehme mal an, du sitzt in Managua) liegt denn dein Büro?

Nowotila
12
21.10.2009, 12:16
Erstaunlich, zu welchen Reaktionen Weißengelangen,

wenn in Südamerika Nicht-Weiße wiedergewählt werden können, so wie in Österreich und Deutschland und eigentlich allen Ländern der EU üblich.

Da wird schon mal gefragt: Wo bleibt denn der Putsch?!

Der Neue Mensch
20
21.10.2009, 13:37
Was will uns der Verfasser obiger Zeilen sagen?

Was hat Ortega mit "Nicht-Weiß-Sein" zu tun?
Brauchen Nicht-Weiße in Südamerika sich nicht an demokratische Normen halten?
Fragen über Fragen ...

Nowotila
14
21.10.2009, 14:10
Lieber Holger,

bevor Du wetterst, daß in Südamerika der Regierungschef wiedergewählt werden kann, solltest Du wettern, daß dies in Österreich üblich ist und immer war.

Was zeichnet die Österreicher aus, was diese Indios nicht haben, lieber Holger?

hansito
10
22.10.2009, 18:05

Endlich kommt die Rassismusnummer wieder von Ihnen! Wie oft wollens des eigentlich noch wiederholen und dann wiedersprechen Sie sich selbst, denn sowohl Ortega als auch Chavez als auch Morales hat weisse Regierungsmitglieder von Ecuador wollen wir erst gar nicht anfangen, dort ist der Präsi ein Weisser! Sie sind eine Lachnummer sondergleichen! :-)))))

Parkaboy
42
21.10.2009, 14:32
Nowotila, hier geht es nicht darum, ob es richtig, falsch, gesund, ungesund usw, ist, ob der Regierungschef wiedergewählt werden kann oder nicht, und ob dieser schwarz, weiß, braun oder rot ist

sondern darum, dass ein Haufen dahergelaufener Richter mit Parteibuch eine Defacto-Verfassungsänderung beschließen, zu der sie niemals das Recht haben - und damit durchkommen.

souldoubt
 
00
21.10.2009, 06:48
Daniel


Ich halte mich dieser Tage in Nicaragua auf und arbeite hier fuer mehrere Monate. Bin schon gespannt wie der morgige Tag nach den Ereignisse von heute verlaufen wird. Im grossen Unterschied zum Nachbarland Honduras kontrolliert Ortega das Heer, ein Putsch kann somit ausgeschlossen werden. Interesserant wird sind wie die Zivilgesellschaft, "das Volk" und die internationale Staatengemeinschaft reagieren werden. Das Problem hier in Nicaragua: Die Opposition ist de facto inexistent - Aleman ist ein Semi-Krimineller, das MRS zu schwach und Montealegre das (ehemalige) US-amerikanische Pferd...

Gunter Pilz
32
20.10.2009, 23:18
Sandino ...

schau oba. Daniel Ortega steht den Somoza - Clan um nichts nach. Armes Nicaragua !

NONE
00
20.10.2009, 16:46

Die putschen hier eben intelligenter.

hansito
00
22.10.2009, 18:07

Sie meinen hier im Standard wird geputscht? Erlösens uns von unserem Unwissen!

Der Neue Mensch
10
20.10.2009, 20:53

Wie er die nächsten Wahlen gewinnen will, auch ohne die Mehrheit zu haben, hat er schon letztes Jahr bei den Kommunalwahlen gezeigt.

kaloka
20
20.10.2009, 16:59

Wieso intelligenter?
Und intelligenter wie wer und/oder wo?

Parkaboy
42
20.10.2009, 16:40
Hier etwas Hintergrundinfo:

http://www.elnuevodiario.com.ni/nacionales/59743

Zur Erklärung: El Nuevo Diario ist die sandinistische der beiden großen Zeitungen Nicaraguas, die sich seit der Wiederwahl Ortegas immer weiter von den Orteguisten (und nicht den Sandinisten) entfernt hat.

Sie steht dem MRS (Movimiento de la Renovación Sandinista) nahe, dem mittlerweile fast alle - v.a. die "intellektuellen" - ehemaligen Mitstreiter Ortegas angehören. Der FSLN besteht praktisch nur mehr aus Ortega, seiner Frau und deren Hampelmänner und -frauen.

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