Ermittlungen gegen Deripaska

19. Oktober 2009, 18:54
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Oligarch steht in Spanien unter Geldwäscheverdacht

Moskau - Der russische Oligarch Oleg Deripaska wird von der spanischen Staatsanwaltschaft der Geldwäsche verdächtigt. Wie die spanische Tageszeitung El Mundo berichtete, soll Deripaska in eine Geldwäscheaktion der russischen Mafia verwickelt sein. In den Jahren 2001 bis 2004 seien über die russische Gesellschaft UMGC in Valencia vier Milliarden Euro gewaschen worden.

Deripaska wurden schon öfters Verbindungen zur Mafia nachgesagt. Die USA verweigerten dem einst reichsten Russen wegen mutmaßlicher Mafia-Verstrickungen bereits mehrmals die Einreise. In einem Mafia-Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht wurde der einstige Strabag-Aktionär von einem der Angeklagten sogar mit Auftragsmorden in den 90er-Jahren in Verbindung gebracht. Zu einem Verfahren gegen den Oligarchen ist es aber nie gekommen.

Baltasar Garzón, Richter des spanischen Obersten Gerichtshofs, will nun im Dezember nach Moskau reisen, um Deripaska zu befragen. Deripaska werde alle Fragen der spanischen Justiz beantworten, teilte der Pressedienst von Deripaskas Firmenholding Basic Element mit. Deripaska habe aber keinerlei Beziehungen zu den unter Verdacht stehenden Gesellschaften. "Wir halten die Schlussfolgerungen der spanischen Behörden für falsch und rechnen damit, dass dieses Missverständnis bald aufgeklärt wird", heißt es weiter.

Deripaska ist nicht der einzige Verdächtige, den die spanischen Behörden im Visier haben. Gegen Deripaskas Exgeschäftspartner Michail Tschernoi ist im Mai ein Haftbefehl erlassen worden, berichtete der Kommersant. (ved, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.10.2009)

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