Frankreich nimmt künftig Fingerabdrücke

19. Oktober 2009, 18:28
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Wer freiwillig mitmacht, kann schneller passieren - Menschenrechtler protestieren

Paris/Wien - Mit einem Fingerabdruck können EU-Bürger künftig in Frankreich bei der Einreise in oder der Ausreise aus der Schengenzone schneller Grenzkontrollen passieren. Das Verfahren sei freiwillig, erklärte Einwanderungsminister Eric Besson vor der Präsentation des ersten Erfassungsterminals am Montag auf dem Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle. Bürgerrechtler kritisieren die Initiative als Schritt zur biometrischen Erfassung der Bevölkerung.

Das Konzept heißt "Parafes" (Automatisierter schneller Durchgang an den Schengen-Außengrenzen) und soll zunächst an den großen Flughäfen umgesetzt werden. Die Passagiere müssen dabei in dem Erfassungsterminal einen optisch lesbaren Pass und die Abdrücke ihrer acht Finger (ohne Daumen) einlesen. Sie können dann eine Schranke passieren, ohne dass ein Grenzbeamter ihren Pass in die Hand nimmt.

Einwanderung erleichtern

Das System soll die legale Einwanderung erleichtern und die illegale Einwanderung erschweren. Die Daten werden fünf Jahre lang gespeichert. Für die Pariser Liga für Menschenrechte LDH steckt hinter der angepriesenen Beschleunigung des Grenzübertritts allerdings das Ziel, die Fingerabdrücke "einer möglichst großen Zahl von Franzosen" zu erhalten. "Nach der Überwachung der Häftlinge und der Erfassung von Personen, die Straftaten verdächtigt werden, fordert man jetzt die anständigen Bürger auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und freiwillig ihre Fingerabdrücke zu geben, um eine riesige Datenbank zu schaffen", sagt LDH-Präsident Jean-Pierre Dubois der Zeitung Le Parisien.

Die USA waren 2004 das ersten Land, das einreisende Ausländer zum Fingerabdruck des Zeigefingers bat. Inzwischen werden dort schon alle zehn Finger gescannt, an vielen Flughäfen auch bereits bei der Ausreise aus den USA.

Weitere Fingerabdruckländer sind Japan und der Iran - in letzterem besteht die Printpflicht allerdings nur für US-Bürger. Ein digitales Begrüßungsfoto von Einreisenden wird schon in vielen Ländern geschossen, in Österreich noch nicht. Fingerabdrücke müssen in der Alpenrepublik derzeit nur illegal eingereiste Personen hergeben. (dpa, simo/DER STANDARD-Printausgabe, 20.10.2009)

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    Fingerabdruck gegen schnellere Grenzkontrollen.

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