BayernLB war flugs im Ziel

19. Oktober 2009, 17:49
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Landesholding erst spät eingebunden

Wien - Wie rasch der Verkauf der Kärntner Hypo Group Alpe Adria an die BayernLB im Mai 2007 entschieden wurde, zeigt ein Blick in den damaligen Bericht der (Verkäuferin) Kärntner Landesholding. Ihr Vorstand wurde, wie einer ihrer Manager zum Standard sagt, "erst spät eingebunden, Kärnten hatte eine sehr gute Ausgangslage. Aber die Bayern wurden nicht über den Tisch gezogen, sondern wollten unbedingt ein Unternehmen in der Region Südost-Europa, daher haben sie uns weitreichende Zugeständnisse gemacht" . Dabei geht es, wie berichtet, um Mitbestimmungsrechte für das Land Kärnten.

Die Entscheidungen fielen laut Bericht für die Aufsichtsratssitzung am 21. Mai 2007 turbogetrieben schnell: Im Februar 2007 wurde intern kommuniziert, dass die Landesholding "grundsätzlich bereit wäre, Anteile der Bank zu veräußern (...), die Berlin & Co. Sarl hat sich bereit erklärt, ihre Quote vom Stichtag 30. Juni 2007 zu veräußern" . Am 16. Mai wurde der Vorstand der Landesholding vom "Wunsch der BayernLB, zumindest 50 Prozent plus eine Aktie zu erwerben, in Kenntnis gesetzt" . Am 17. und 18. Mai "wurden unter Beiziehung externer Berater Abstimmungsgespräche (...) zwecks Plausibilisierung und Machbarkeit der Transaktion geführt" - vier Tage später war der Deal durch.

Auch die Wertsteigerung der Bank (die deutsche Justiz hegt den Verdacht, es seien um 400 Mio. Euro zu viel bezahlt worden; es gilt die Unschuldsvermutung) wurde beleuchtet. Der Vorstand der Landesholding zu den Aufsichtsräten: "Im Mai 2006 betrug der Wert nach einer Einschätzung der HSBC zwei Mrd. Euro. Zum 30. September 2006 setzte die HSBC die Wertspanne zwischen 1,8 bis 2,2 Mrd. Euro an, am 15. Oktober 2006 lag der Wert bei der ersten Kapitalerhöhung der Gruppe Berlin bei 2,5 Milliarden. Am 30. Juni 2007 beim Kaufvertrag mit der Gruppe Berlin einerseits und der Grawe bzw. der Mitarbeiterstiftung andererseits war der Wert als Vertragsgrundlage 2,75 Milliarden. Der Wert, mit dem jetzt die BayernLB kauft, ist 3,25 Milliarden Euro." (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.10.2009)

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