Bücher wälzen zum Mental(m)ist

19. Oktober 2009, 16:00
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Nach den ersten zehn Minuten fand ich es spannender und spektakulärer zu erforschen, woher das schöne Wort "Mentalist" stammt

Seit nun schon sechs Wochen bezaubert der Mentalist Manuel Horeth das Publikum zuhause und im Studio. Begleitet von Carolina Inama führt er Experimente durch und verzaubert alle Zuseher, zumindest diejenigen die am Freitag Abend ORF 1 sehen. Nach den ersten zehn Minuten fand ich es spannender und spektakulärer zu erforschen, woher das schöne Wort "Mentalist" stammt.

Das Adjektiv "mental" bedeutet 'geistig' und wurde aus dem Neuenglischen entlehnt, das von dem Mittellateinischen "mentalis" stammt, von "mens" ("-mentis"): Sinn, Denkart, Verstand und Geist. Weiters ist es verwandt mit dem lateinischen "mentiri" - lügen (aha!). Im heutigen Englisch bedeutet es neben psychisch, seelisch und geistig auch übergeschnappt oder irre.

Nach der kleinen Schulstunde in Etymologie muss man nicht lange die eigene Psyche damit quälen, ob ein Mentalist nun ein Irrer, ein Lügner oder ein Magier ist - was übrigens ein besserer Titel für die Sendung gewesen wäre, da Magie lediglich "zaubern" bedeutet und wo wir gerade dabei sind: "Magie" wurde aus dem Lateinischen entlehnt, dass sich des Griechischen bediente, welches beim Persischen stibitzt hat. Dort bezeichnet das Wort 'Zauberer' ein Mitglied der Priesterklasse, das in Wissenschaften ausgebildet war.

Bei 'Magie' geht es im kleinen Duden für den passenden Ausdruck munter weiter: Zauberei, schwarze Kunst, Anziehungskraft, Bann, Faszination, Reiz und Zauber. Schlägt man nun bei Zauber nach, trifft man nebst den bereits bekannten Worten auf Rummel, Theater, Umstände, Wirbel und Zirkus. Und letztgenanntes bezeichnet auch ganz vorzüglich die Sendung. Manege frei!

  • Manuel Horeth und Carolina Inama, freitags mit "Der Mentalist" auf ORF 1 (21:45 Uhr).
    foto: orf/hans leitner

    Manuel Horeth und Carolina Inama, freitags mit "Der Mentalist" auf ORF 1 (21:45 Uhr).

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