Autonome Fahrzeuge keine Science-Fiction mehr

19. Oktober 2009, 15:41
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Berliner Prototyp über iPhone steuerbar

Informatiker an der Freien Universität Berlin haben eine Fernbedienung zur Steuerung ihres selbst konstruierten autonomen Fahrzeugs "Spirit of Berlin" entwickelt. Der Prototyp lässt sich fortan mithilfe der iPhone-Anwendung iDriver lenken. Der "Steuermann" überträgt seine Befehle über Funk an den Bordrechner im Heck des Fahrzeugs und von dort weiter an das Antriebssystem. Drei kompakte Elektromotoren für Lenkung, Bremse und Gaspedal führen die eingegebenen Befehle aus. Für gute Sichtverhältnisse sorgen Kameras, laserbasierte Abstandssensoren sowie GPS.

Erkennung von Passanten und anderen Fahrzeugen

"Das Fernsteuerungssystem ist in seiner gegenwärtigen Form nicht direkt auf Serienfahrzeuge anwendbar. Auch muss etwa die Erkennung von Passanten und anderen Fahrzeugen noch stark verbessert werden. Die dafür notwendige Technologie ist in modernen Automobilen jedoch schon großteils vorhanden", sagt Raúl Rojas, Informatikprofessor und Projektleiter an der Freien Universität Berlin, gegenüber pressetext.

Die zusätzlich nötigen Kompaktmotoren können über eine herkömmliche Autobatterie mit Strom versorgt werden. Außerdem ist in das Projekt Know-how aus der Fertigung behindertengerechter Fahrzeuge eingeflossen. Dort stellt die Steuerung von Fahrzeugen mittels Joystick bereits eine geübte Praxis dar.

iDriver prägen künftig das Straßenbild

Im Rahmen des ForMaT-Programms des Bundesforschungsministeriums untersuchen die Forscher auch, wie autonome Fahrzeuge unser Leben in Zukunft verändern könnten. "Die Zukunft gehört dem autonomen Automobil," zeigen sich die Entwickler überzeugt. Autofahren sei zwar eine komplexe Tätigkeit, die zugrundeliegende Fernsteuerungstechnik liege in Form eines Prototyps aber schon vor. So könnten beispielsweise fahrerlose Taxis über das Mobiltelefon herbeigelotst werden.

"In zehn Jahren werden Fahrzeuge zugelassen sein, die allein mit elektronischer Hilfe die Spur halten können. Um eine verlässliche Technologie für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen im dichten, städtischen Verkehr zu entwickeln, werden jedoch noch einige Jahrzehnte gebraucht", so Rojas.

Angesichts von Stehzeiten von durchschnittlich 90 Prozent wird es für die Mehrheit der Bevölkerung in Zukunft in wirtschaftlicher Hinsicht nicht sinnvoll sein, ein eigenes Fahrzeug zu halten. Im Hinblick auf die schnelle Motorisierung des Straßenverkehrs in China und Indien muss diese moderne Form des Carsharing auch als ökologisch gangbare Alternative angesehen werden.(pte)

 

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