Das Bundesheer bereitet sich auf den "Cyberwar" vor

19. Oktober 2009, 14:50
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Internet birgt zunehmend neue Herausforderungen für die Landesverteidigung - Ausgangslage spricht für Angreifer - Keine Pläne für offensiven Einsatz

So abgenutzt ein Begriff wie "Cyberwar" in der öffentlichen Diskussion mittlerweile wirkt, die Zahl der Vorfälle, in denen es bei internationalen Konflikten auch zu Angriffen auf die Internet-Infrastruktur kam, hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Da will natürlich auch das Österreichische Bundesheer nicht zurückstehen, gegenüber der ORF Futurezone gibt nun Oberst Unger, Leiter der Abteilung C im Abwehramt, einen Einblick in die dahinter stehenden Überlegungen.

Anforderungen

So habe das Informationszeitalter die Anforderungen an eine Armee nachhaltig verschoben, jahrhundertelang habe es ähnliche strategische Überlegungen gegeben, die nun nicht mehr so ohne weiteres gelten. So verweist Unger etwa darauf, dass sich bei aktuellen Cyber-Attacken gezeigt habe, dass ein Angriff um so größere Chancen auf Erfolg habe, je entwickelter die Internet-Infrastruktur eines Landes ist.

Umgekehrt

Damit werde die alte Doktrin, dass der Verteidiger immer einen grundlegenden Vorteil habe, auf den Kopf gestellt. Im Internet sei es oft alleine schon schwierig, herauszufinden, ob überhaupt ein gezielter Angriff stattfindet, und wenn ja, den Angreifer zuverlässig zu identifizieren.

Bereiche

Beim Österreichischen Bundesheer habe man zunächst eine Schwachstellenanalyse durchgeführt, um kritische Bereiche zu identifizieren. Derzeit sei man bei der Umsetzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse, wichtig sei dabei vor allem, dass man die eigene Infrastruktur bei Bedarf vollständig abschotten könne, immerhin müsse das Militär auch noch funktionstüchtig sein, wenn sonst nichts mehr geht.

Keine Offensive

Offensive Überlegungen für einen Cyberkrieg gebe es beim Bundesheer keine, wie Unger versichert. Staaten, die so etwas planen, würden ohnehin gegen das Cybercrime-Abkommen verstoßen, nicht nur deswegen bleibe zu hoffen, dass Europa eine Cyberwar-freie Zone bleibe. (red)

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    Neben klassischem Militärgerät geraten beim Bundesheer zunehmend auch Computer in den Fokus der Aufgaben

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