EU-Kommission will Opel-Verkauf nicht blockieren

20. Oktober 2009, 15:19
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Angesichts der Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gegen einen Opel-Verkauf an Magna hat General Motors offenbar auch einen Alternativplan in der Tasche

Brüssel/Madrid - Die EU-Kommission sendet im Streit um den Opel-Verkauf an das austrokanadische-russische Konsortium aus Magna und Sberbank wieder versöhnliche Signale aus. "Es ist nicht das Ziel der Europäischen Kommission, ein bestimmtes Geschäft zu prüfen und zu blockieren", betonte Kommissionssprecher Jonathan Todd am Dienstag in Brüssel. Im Falle Opel wolle die Kommission lediglich sicherstellen, dass staatliche Hilfen nach akzeptablen Regeln vergeben würden. Bereits bei Bekanntwerden der EU-Bedenken am Freitag hatte es aus Betriebsratskreisen in Wien-Aspern geheißen, die Vorbehalte seien bekannt und hätten nichts an der Situation geändert.

Die deutsche Regierung habe inzwischen klargestellt, dass Staatshilfen nicht an einen bestimmten Investor oder einen bestimmten Investorenplan geknüpft sind, sagte Todd. GM und die Opel-Treuhand würden nun erneut über den Verkauf beraten: "Wir erwarten, dass sie ihre Beratungen im Laufe dieser Woche abschließen." Auch der Vorsitzende des Treuhand-Beirates, Fred Irwin, machte deutlich, dass er mit einer Entscheidung noch in dieser Woche rechnet.

So schnell wie möglich

"Die Entscheidung muss so schnell wie möglich fallen", sagte Irwin im Deutschlandradio. Das Bieterverfahren um Opel werde nicht neu eröffnet. Der Verwaltungsrat von GM werde in dieser Woche erneut tagen und eine Entscheidung treffen. Alle Beteiligten seien bemüht, eine Insolvenz von Opel zu vermeiden: "Wir müssen nur diese Woche abwarten."

Irwin verteidigte die Entscheidung für das Magna-Konsortium als künftigen Opel-Mehrheitseigner. Von den ursprünglich vier potenziellen Opel-Investoren habe nur Magna die für einen Zuschlag notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt. Nur aus diesem Grund habe auch die Bundesregierung Magna favorisiert.

GM-Boss Fritz Henderson bestätigte unterdessen, dass es bei General Motors Überlegungen gibt, Opel zu behalten, falls der Verkauf an Magna doch noch scheitern sollte. Henderson sagte vor Journalisten in New York, der Verkauf an den kanadischen Zulieferer bleibe die beste Option für Opel. Er gehe davon aus, dass die Bundesregierung die im Dialog mit der EU noch offenen Fragen klären werde. Sollten die Verhandlungen aber scheitern, werde GM einen Plan B erwägen, nämlich Opel zu behalten.

Spaniens Gewerkschaften kündigen Streik an

Spanische Gewerkschaften kündigten wegen der von Magna im Opel-Werk Saragossa geplanten Stellenstreichungen unterdessen einen viertägigen Streik an. "Die ganze Produktion wird an diesen vier Tagen zum Stillstand kommen", sagte Gewerkschaftsführer José Juan Arceiz am Dienstag. Am 28. und 30. Oktober sowie am 3. und 5. November sollen die Bänder in dem Werk im Nordosten Spaniens stillstehen.

Im Werk Saragossa werden die Modelle Corsa, Meriva und Combo gebaut. Ein Streik hätte mittelbar auch Auswirkungen auf das Opel-Werk in Eisenach. Die Fabrik in Thüringen wird nach Unternehmensangaben von Saragossa aus mit Karosseriebauteilen für den Corsa beliefert.

Die Gewerkschaften hatten Magnas Plänen bereits am Montag eine Absage erteilt und mit Streiks gedroht. Das Angebot des Zulieferers, der gemeinsam mit der russischen Sberbank die Mehrheit an Opel übernehmen will, bezeichneten sie als unzureichend. Im Opel-Werk in Saragossa sollen 1.350 von 7.500 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zugleich sollen Teile der Corsa-Produktion nach Eisenach verlagert werden.(APA)

 

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    GM hat trotz Hoffnung auf den Opel-Verkauf an Magna einen Plan B in der Tasche.

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