Roman Polanski wird nicht operiert: Bald zurück im Gefängnis

19. Oktober 2009, 17:30
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Die gesundheitlichen Probleme des Regisseurs seien ohne "direkte Folgen" für die Auslieferungshaft

Paris - Nach seiner Untersuchung in einer Klinik steht Starregisseur Roman Polanski (76) vor seiner Rückkehr in Schweizer Auslieferungshaft. Die Ärzte hätten davon Abstand genommen, Polanski zu operieren, sagte sein Anwalt Georges Kiejman am Montag der dpa in Paris. Der Eingriff sei nicht dringend. Seine gesundheitlichen Probleme hätten "keine direkten Folgen" für die Auslieferungshaft. Woran Polanski leidet, sagte der Anwalt nicht.

Der Sprecher des zuständigen Bundesamtes für Justiz in Bern, Folco Galli, wollte Medienmeldungen, nach denen Polanski im Krankenhaus liegt, nicht bestätigen. "Herr Polanski befindet sich weiterhin in Auslieferungshaft", sagte Galli am Montag der dpa. "Selbstverständlich bekommt er jedwede medizinische Betreuung, wenn es nötig ist", fügte er hinzu.

Noch kein Auslieferungsantrag

Kiejman sowie Galli bestätigten außerdem, dass die USA immer noch keinen offiziellen Auslieferungsantrag gestellt haben. Da sie 40 Tage dafür Zeit hätten, könne das noch dauern, sagte der Anwalt. Seit Tagen erwarte man von der Schweizer Justiz auch eine Entscheidung über eine vorläufige Haftentlassung. Galli sagte, es liege bisher aus den USA kein Hinweis vor, dass die dortige Justiz die Frist für eine offizielle Auslieferung des Regisseurs, der neben der polnischen auch die französische Staatsbürgerschaft hat, verlängern wolle.

Laut Kiejman soll Polanski sein Schweizer Ferienhaus, das den Großteil seines Vermögens darstelle, als Sicherheit angeboten haben, um aus der Haft entlassen zu werden. Er würde bei einer vorläufigen Haftentlassung bis zur Entscheidung in der Schweiz bleiben, sagte der Anwalt. Nach Medienberichten gehört Polanski im Prominentenort Gstaad allerdings nur eine Millionen-teure Wohnung, für die er Steuern vor Ort zahlt.

Polanski wird von der US-Justiz gesucht, weil er sich vor 32 Jahren in den USA an einer 13-Jährigen vergangen hat. Im Gefängnis hat er nach Angaben des mit ihm befreundeten Schriftstellers Robert Harris weiter an seinem jüngsten Film "The Ghost" mit Pierce Brosnan gearbeitet. Der in Deutschland gedrehte Polit-Thriller soll im Februar als Vorpremiere bei den Berliner Filmfestspielen vorgestellt werden. (APA)

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