Datenklau bei SchülerVZ: Erste Verhaftung

19. Oktober 2009, 13:10

"Wir haben es mit hochkriminellen Leuten zu tun"

Viele Tausend junge Nutzer des Online-Forums SchülerVZ sind Opfer eines großangelegten Datenmissbrauchs geworden - der WebStandard berichtete. Ein inzwischen identifizierter und verhafteter Täter habe nicht nur illegal Daten aus einer Vielzahl zu Nutzerprofilen kopiert, sondern diese auch weiteren Personen zur Verfügung gestellt, "die er uns gegenüber zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen will", teilten die Betreiber des 5,5 Millionen Nutzer starken Netzwerks mit. "Wir haben es mit hochkriminellen Leuten zu tun", sagte Geschäftsführer Markus Berger de León.

Namen, Schulen, Geschlecht und Alter sowie Profilfotos

Nach seinen Worten stellte der Hacker die kopierten Daten in einem geschlossenen, passwortgeschützten Internetforum zum Download bereit - insgesamt siebzehn Nutzer hätten diese dort heruntergeladen. Außerdem habe es mindestens einen zweiten Hacker gegeben, der Sicherheitsabfragen geknackt und automatisiert Daten kopiert habe.

Am Freitagabend war zunächst bekanntgeworden, dass ein Täter Schülerdaten - darunter Angaben zu Namen, Schulen, Geschlecht und Alter sowie Profilfotos - kopiert hatte. Zudem wurden dem Blog netzpolitik.org ein Satz mit rund einer Million Nutzerdaten von SchülerVZ zugespielt, wie der Betreiber sagte.

Kein Datenleck

SchülerVZ betonte, es handele sich nicht um ein Datenleck. Vielmehr seien solche Daten kopiert worden, die ohnehin von allen registrierten SchülerVZ-Nutzern einsehbar gewesen seien. Nicht betroffen von der Kopieraktion seien speziell geschützte Daten wie Postadressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Fotoalben und Zugangsdaten. Zu keinem Zeit habe der Täter Zugang zu Datenbanken gehabt.

VZ-Sprecher Dirk Hensen erklärte, der Datenkopierer habe automatische Leseverfahren - sogenannte Crawler - eingesetzt, um aus dem Netzwerk öffentlich sichtbare Nutzerdaten zu kopieren. Das Kopieren der Daten sei illegal "und gleichzeitig ein schwerer Verstoß gegen unsere AGB". Man wolle die Abwehrmaßnahmen gegen automatische Leseverfahren verstärken.

SchülerVZ ging eigenen Angaben zufolge umgehend gegen den Missbrauch vor. (red/APA/AP)

rapidfans.at
01
20.10.2009, 15:49
naja, hochkriminell

klingt irgendwie aufgepauscht.
in wahrheit hat der gute einfach einen crawler geschrieben, der daten, welche eh alle user sehen können sammelt. unrecht halt, weil halt nun auch gesammelt 'nicht user' an das material kommen können.
aber hier von 'hochkriminell' zu sprechen, ist ein bisserl übertrieben. sollens halt die profilseiten nicht crawlerfreundlich aufrufbar machen.

mhr
00
20.10.2009, 09:53
mich würde interessieren

Ob sie die sicherheitslücke entfernt haben? Sie sollen aber nicht groß von "hochkriminell" reden, da sie sich selber sicher ein gutes zubrot mit den datensätzen verdienen.

Klar wenn eine hochrkiminelle Seite wie http://www.netzpolitik.org/ datensätze zugeschickt bekommt, ist das nicht ein Wink mit dem Zaunpfahl das sie ein Sicherheitsleck haben.

Wahrscheinlich hat StudiVZ auf den Hinweis der Hacker dass sie ein gefährliches Sicherheitsleck haben einfach nicht reagiert ...

Der rote Pate
00
19.10.2009, 14:34
Wenn der Betreiber damit Parteien meint, die Mitlieder werben wollten, das verstehe ich!

Schülerdaten einer Schülerplattform sind natürlch hochbrisant, mancher einer wird Präsident.

Wurden diese Daten zur Durchsicht nicht Online gestellt?

Eine Kreatur
03
19.10.2009, 13:33
hochkriminell

wenn sie öffentliche daten sammeln?

da ist wohl mehr ein verstoß wegen erstellung einer nicht genehmigten datenbank der fall .. und die agb von schülervz?

warum hat eigentlich schülervz keine geeigneten maßnahmen gegen automatisches auslesen errichtet? die machen sich ja selber strafbar, wenn sie ihre datenbanken - auch wenn sie öffentlich einsehbar sind - nicht ausreichend schützen ..

diemeinungsfreiheit
00
21.10.2009, 09:21
Wie Chaos Computer Club

wird hier leider argumentiert, soll heissen: die Taeter sind sozusagen die Guten, denn sie machen ja "nur" auf die Sicherheitsluecken im System aufmerksam. Das ist so wie der Bankraeuber, dem es gelingt den Safe doch aufzuschweissen und der anschliessend die Bank und den Safehersteller beschuldigt nicht Alles getan zu haben um einen Raub zu verhindern. Oder man raubt den Postbriefkasten aus und weisst darauf hin, dass das Schloss mit einem Schraubenzieher zu oeffen war - also Sicherheitsluecke. Niemand hat diese selbsternannten "Sicherheitsaufdecker" beaufragt eine Pruefung zurchzufuehren. Es ist schon erstaunlich welche kriminellen Machenschaften im letzten Jahrzehnt mit dem Sicherheitslueckenargument verteidigt worden sind.

styp
00
19.10.2009, 14:32

Es gibt schon Sicherheitsabfragen. (Ein Bild mit Buchstaben, die abgetippt werden müssen.) Am Anfang sind die noch sehr oft vorgekommen, so ca. alle 5 Profile. Inzwischen gibts die aber nur noch beim Hinzufügen von Freunden.

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