Beifall für Plummer und Mirren als Tolstoi-Ehepaar

19. Oktober 2009, 12:20
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Britische Oscar-Preisträgerin klagt über zu wenig relevante Rollen für Frauen

Rom - Der kanadische Schauspieler Christopher Plummer und die Britin Helen Mirren haben als Tolstoi-Ehepaar im Film "The Last Station" ("Endstation") die Zuschauer beim Filmfestival Rom begeistert. Großen Applaus erntete der Kinofilm mit internationaler Besetzung über die letzten Lebensmonate des russischen Dichters Tolstoi (1828-1910), der in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gedreht.

Der Film kreist um die leidenschaftliche Auseinandersetzung des berühmten Dichters ("Krieg und Frieden", "Anna Karenina") mit seiner Frau Sofia Andrejevna um Tolstois Erbe. Der Schriftsteller wollte nach seinem Tod die Einkünfte aus Bestsellern wie "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" dem Volk widmen. Ehefrau Sofia beanspruchte die Rechte dagegen für sich und die gemeinsamen Kinder. Vom Streit entnervt ergreift Tolstoi die Flucht mit seiner Tochter Sasha (Anne-Marie Duff), verfolgt von Sofia und einem Tross von Journalisten.

Ursprünglich sollte Anthony Hopkins Tolstoi spielen und Meryl Streep dessen Frau. Beide hätten aber aus Termingründen abgesagt, hieß es. Der Titel des Films nach dem gleichnamigen Roman von Jay Parini nimmt Bezug auf Tolstois Tod. Er starb auf einem abgelegenen Bahnhof an Lungenentzündung. Das Drehbuch für die 13-Millionen-Euro-Produktion schrieb Michael Hoffman, der mit internationalen Produktionen wie "One Fine Day" mit George Clooney und "Restauration" mit Hugh Grant bekannt wurde. Er führt im Tolstoi-Film auch Regie.

Die 63-jährige Mirren ("Die Queen"), Enkelin eines russischen Aristokraten, fühlte sich in der Rolle der kämpferischen Sofia Andrejavna offenkundig wohl. Die Schauspielerin wurde bei ihrer Geburt in London auf den Namen Ilyena Vasilievna Mironov getauft. "In dieser Rolle habe ich jedoch mehr an meine Mutter, eine Londonerin der Arbeiterklasse, als an meinen adeligen Vater gedacht", sagte Mirren auf der Pressekonferenz nach der Vorstellung des Films.

Auf die Frage, ob sie mit "The Last Station" auf einen weiteren Oscar nach jenem für "The Queen" hoffe, antwortete die Schauspielerin: "Die Wahrheit ist, dass es zu wenig relevante Rollen für Frauen gibt. Jedes Mal, wenn es einen gibt, spricht man schon von Oscar für die Schauspielerin. Ich wünsche nur, dass so viele Leute meinen Film sehen", so Mirren. (APA)

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