Zu wenig Vitamin D und Folsäure

19. Oktober 2009, 11:30
17 Postings

Lücke zwischen empfohlener täglicher Aufnahme und tatsächlicher Zufuhr

Karlsruhe - Für Vitamin D und Folsäure besteht im Gegensatz zu den meisten anderen Vitaminen noch eine Lücke zwischen empfohlener täglicher Aufnahme und tatsächlicher Zufuhr. Dieser Grundproblematik war die diesjährige Max Rubner Conference gewidmet, die vom 11. bis 13. Oktober in Karlsruhe stattfand. Forschungsschwerpunkt des Max Rubner-Instituts ist der gesundheitliche Verbraucherschutz im Ernährungsbereich.

Die Wirkungen von Vitamin D und Folsäure sind hochkomplex, die Dosierung von entscheidender Bedeutung. Bei extrem hoher Dosierung kann ein Nutzen auch sehr schnell in ein erhöhtes Risiko umschlagen. Die Situation sei deshalb besonders schwierig, weil Lebensmitteln für jeden und in jeder Menge frei verfügbar sind.

Über- und Unterdosierung von Folsäure

Zuviel Folsäure ist problematisch - zu wenig allerdings auch. Studien zeigen, dass bei bereits bestehenden Krebs-Vorstufen im Darm eine hohe Zufuhr von Folsäure eine krebsfördernde Wirkung haben kann. Gibt es diese Krebsvorstufen nicht, trägt Folsäure wiederum zu einer Verminderung des Risikos bei, an Darm-, Brust- und Prostatakrebs zu erkranken. Folsäure vermindere zudem wirksam Neuralrohrdefekte ("offener Rücken") bei Neugeborenen.

Erwachsene sollten rund 400 Mikrogramm, Schwangere rund 600 Mikrogramm täglich an Folsäure zu sich nehmen. Wolle man die positive Wirkung nutzen, müsse man das Vitamin aber ganz gezielt je nach Personenkreis, Alter und weiteren Faktoren zuführen. Immerhin erreichen laut einer Studie 86 Prozent der Frauen und 79 Prozent der Männer in Deutschland den empfohlenen Wert für die tägliche Zufuhr von Folsäure nicht. Folsäure ist besonders in grünen Gemüsen (Kohl, Feldsalat, Blattgemüse), Hülsenfrüchten (Linsen), Kartoffeln, Zitrusfrüchten und Vollkornprodukten enthalten. Die Aufklärung, insbesondere von Frauen im gebährfähigen Alter, müsse unter anderem durch Frauenärzte gefördert werden, um diese mit dem wichtigen Vitamin bedarfsgerecht zu versorgen, so eine Expertin bei der Fachtagung.

Vitamin D-Aufnahme: Sonne und Nahrung

Für Vitamin D, das unter anderem für Knochenaufbau und Knochenerhalt unersetzlich ist und auch noch weitere sehr wichtige Aufgaben im Körper erfüllt, wird laut Studie sogar von mehr als 90 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer die empfohlene tägliche Zufuhr über die Ernährung nicht erreicht. Grund dafür ist, dass Vitamin D in Lebensmitteln vorkommt, die in unseren Breiten oft wenig verzehrt werden, wie Fisch oder Leber. Eigentlich hat der Körper für den Vitamin D-Mangel vorgesorgt, da es mittels Sonnenlicht selbst in unserer Haut hergestellt wird. Risikogruppen wie ältere Menschen weisen dennoch häufig einen Mangel auf. Experten empfehlen deshalb einen kurzern Spaziergang in der Sonne  bzw. eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel für Risikogruppen.

Fazit der Fachtagung: Es müssten verstärkt Anstrengungen unternommen werden, um die Menschen darüber aufzuklären, in welchen Lebensmitteln diese beiden kritischen Vitamine vorhanden sind und wie man über die Ernährung den empfohlenen Tagesbedarf erreichen kann. Für bestimmte Bevölkerungs- und Risikogruppen wird eine zusätzliche Aufnahme über Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Reich an Folsäure: grünes Gemüse wie Salat, Spinat oder  Brokkoli

Share if you care.