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19. Oktober 2009, 10:06
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Eine japanische Fluglinie fordert die Passagiere auf, sich vor dem Flug zu erleichtern

Wenn es ums Überleben des Planeten geht, darf man kleinlich sein. So ist die Maßnahme der japanischen Fluglinie ANA zu verstehen, die Passagiere auf Inlandsflügen auffordert, sich vor dem Flug zu erleichtern. Speziell geschulte Mitarbeiter werden ab sofort beim Boarding platziert, um die Passagiere nach allen Regeln japanischer Etikette zu animieren, nun ja, ihre Blase zu entleeren.

Viereinhalb Tonnen weniger CO2 sollen damit pro Monat an die Atmosphäre abgegeben werden, teilt die Gesellschaft mit. Das verringerte Gewicht der Passagiere soll den Treibstoffverbrauch senken. Zum Vergleich: Bei einem Transatlantikflug werden durchschnittlich eineinhalb Tonnen CO2 verblasen, pro Passagier und ohne Ansehen der individuellen Blase.

Dass ein bisschen Pipi den Kerosinverbrauch in nennenswerter Weise beeinflussen kann, scheint zumindest fragwürdig. Nun liegt es dem Schreiber dieser Zeilen fern, in einem auf Eleganz und Anstand bedachten Blatt wie diesem derb zu werden. Allein, um der Umwelt willen muss die Frage erlaubt sein: Wäre mittels großen Geschäfts nicht deutlich mehr Einsparung möglich? (corti, DER STANDARD - Printausgabe, 19. Oktober 2009)

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