Die besten heimischen Aktienfonds

19. Oktober 2009, 09:20
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Österreichische Aktienfonds müssen punkto Performance keinen Vergleich mit Emerging Markets Fonds scheuen - Von e-fundresearch.com

Österreichische Aktienfonds müssen punkto Performance keinen Vergleich mit Emerging Markets Fonds scheuen - die Wertentwicklung seit Jahresbeginn liegt in einer Bandbreite zwischen +41,88 und +75,31 Prozent.

Die Manager der besten Österreich Aktienfonds gegenüber e-fundresearch über die Entwicklungschancen der Assetklasse.

Die Top Equity Austria

Arno Mittermann hat derzeit in dem von ihm gemanagten Meinl Equity Austria Intercell und einige kleiner kapitalisierte Werte übergewichtet. "Untergewichtet sind hingegen Finanzwerte, da hier mit Belastungen gerechnet werden muss und Kapitalerhöhungen sehr wahrscheinlich sind", so Mittermann. Sein Fonds ist der derzeit beste Österreichfonds im e-fundresearch-Ranking auf Basis der risikoadjustierten Rendite (Sharpe Ratio) der letzten fünf Jahre. Seit Jahresbeginn hat der Spitzenreiter eine Performance von +54,24 hingelegt.

Noch stärker entwickelt hat sich über diesem Zeitraum mit einem Performanceplus von 75,31 Prozent der 3 Banken Oesterreich-Fonds. Auf Fünfjahressicht brachte er Anlegern eine durchschnittliche jährliche Performance von +8,08 Prozent. 3 Banken-Geschäftsführer Alois Wögerbauer, der auch den Fonds managt, hat derzeit defensive Titel wie Telekom Austria und die Versorger EVN und Verbund übergewichtet. Ebenfalls übergewichtet sind Conwert und Kapsch. Untergewichtet sind dagegen neben Banken auch Zykliker.

Die zweitbeste Performance seit Jahresbeginn hat mit einer Performance von +60,3 Prozent der Raiffeisen-Oesterreich-Aktien A. Laut Fondsmanager Günther Schmitt hat der Fonds seit Jahresbeginn den ATX um mehr als 12 Prozent outperformed. "Das ist vor allem auf Übergewichtungen in CA Immo, Conwert, Andritz oder Voest sowie auf Untergewichtungen in Telekom Austria Flughafen oder Verbund zurückzuführen", erklärt er. Er orientiert sich nach eigenen Angaben bei der Titelselektion derzeit vor allem an Buchwert, EV/EBITDA sowie der Dividendenrendite.

Unternehmen anhand des Kurs-Buchwert-Verhältnis bewerten in der Krise

Nach Angaben von Manfred Zourek, Manager des ESPA STOCK VIENNA EUR A standen am Höhepunkt der Krise Kennzahlen wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) im Vordergrund, die eine Einschätzung der Substanz eines Unternehmens zulassen. "Nach dem starken Anstieg der vergangenen Monate geht es aber mittlerweile wieder überwiegend um die Unternehmensgewinne und das Gewinnwachstum", so Zourek. Hierfür könne das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) herangezogen werden.

Fokus auf Anpassung der Kostenstruktur und Stärkung der Kapitalbasis

Laut Mittermann spielen Kennzahlen wie KGV, KBV oder Dividendenrendite derzeit eine untergeordnete Rolle. Wesentlicher wäre momentan die Anpassung der Kostenstruktur an das wirtschaftliche Umfeld. Auch die Stärkung der Kapitalbasis wäre bei vielen Unternehmen das wichtigste Thema. "Langfristig ergibt sich bei denjenigen Firmen, die diese Schritte erfolgreich umsetzen, deutliches Erholungspotenzial", so Mittermann.

Atypisches Verhalten des Marktes in den vergangenen sechs Monaten

Michael Fraikin, Manager des Austrian Equity Trust T, findet, dass sich der Markt in den letzten sechs Monaten eher atypisch verhalten hat. "Insgesamt wurden Firmen, die in der Krise bzw. dem konjunkturellen Einbruch in Schwierigkeiten geraten sind besonders bevorzugt", so Fraikin. Dementsprechend hätte man Firmen mit einem erwarteten Verlust, negativen Cash-flow und hoher Verschuldung im Portfolio haben wollen. Erfahrungsgemäß würde dieser Zustand nicht längerfristig anhalten.

Fairer Markt für österreichische Aktien

"Österreichische Aktien sind derzeit weder besonders billig noch besonders teuer. Aus rein fundamentaler Sicht scheint mir der Markt derzeit fair bewertet", so Wögerbauer. Zu bedenken sei, dass viele Investoren die Anstiege seit März völlig versäumt haben, weshalb das Rückschlagpotenzial nicht sonderlich groß ist. In den kommenden Monaten erwartet der 3 Banken-Geschäftsführer einen dem internationalen Umfeld entsprechenden einen Seitwärtstrend. Nachsatz: "Defensive Titel sollten outperformen."

Hohes Osteuropa-Exposure

An der Wiener Börse notieren bekanntlich überwiegend Small - und Mid Caps. Ein weiteres Merkmal ist das hohe Osteuropa-Exposure. Beide Faktoren bestimmen die Chancen und Risiken von österreichischen Aktien. "In schlechten Zeiten verliert der Markt überproportional und in guten Zeiten hat er überproportionale Gewinnchancen im Vergleich zu anderen Märkten", so Roland Zauner, Manager des KEPLER Oesterreich AF T. Das größte Risiko wäre zurzeit jedoch die global schwache Wirtschaftslage.

Rückfall in eine Rezession möglich?

Auch Zourek sieht die Risiken derzeit eher global als länderspezifisch. Ebbt die wirtschaftliche Erholung ab, so würden auch die Unternehmensgewinne nicht im erwarteten Ausmaß steigen. "Die kritische Frage ist auch, ob die private Nachfrage stark genug sein wird, um das zukünftige Auslaufen der staatlichen Investitionsprogramme auszugleichen", so der ESPA-Fondsmanager. Sollte das nicht gelingen, so sei ein Rückfall in eine Rezession nicht auszuschließen.

Geteilte Meinungen bei Zukunftsprognosen

Fraikin erwartet in den kommenden sechs bis zwölf Monaten einen eher durchschnittlichen Aktienertrag. "Österreich hat sich in der Erholungsphase deutlich besser entwickeln können als andere europäischen Märkte, was allerdings nunmehr ausgereizt sein sollte", so Fraikin. Optimistischer eingestellt ist Mittermann. Positiv überraschende Unternehmensgewinne und der hohe Veranlagungsbedarf der Investoren würden den Aktienmarkt positiv beeinflussen. "Daher rechnen wie für die nächsten Monate mit steigenden Aktienmärkten", so Mittermann.

Wirtschaftliche Verbesserung von höchster Bedeutung

Für Patrick Gaultier, Manager des EMIF Austria Index Plus B C (Load), liegt die größte Herausforderung der nächsten Monate darin Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds auf die Unternehmensebene umzulegen. "Die jüngste Entwicklung widerspiegelt sich noch nicht in den Umsätzen", so der Experte. Trotz einer besseren Situation an den Kreditmärkten könnte der Refinanzierungsbedarf der Banken den österreichischen Markt auf kurze Sicht belasten.

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Alle Daten per 2.10.2009 in Euro / Quelle Lipper

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Die gesamte Analyse (inkl. einer Tabelle und Charts der besten Österreich Aktienfonds) finden Sie hier.

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