Eisenbahner-Streik vorerst beendet

19. Oktober 2009, 13:27
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MAV-Sprecher: Normalisierung im Zugverkehr bis zum späten Nachmittag - ÖBB: Erster Zug nach Streik-Ende hat Wien in Richtung Budapest verlassen

Budapest - Die ungarische Eisenbahnergewerkschaft VDSZSZ hat ihren in der Nacht auf Montag begonnenen unbefristeten Streik Montag früh um 9 Uhr ausgesetzt. Ob der Streik fortgesetzt wird, ist derzeit noch unklar. Sollten für morgen, Dienstag, geplante Verhandlungen mit der Regierung über die Umstrukturierung der Bahn scheitern, seien weitere Streiks möglich, erklärte der VDSZSZ-Vorsitzende Istvan Gasko laut dpa. Wie MAV-Sprecher Tibor Sigulinszki betonte, könnte auch die "geringe Unterstützung" für den Streik zu dessen Aussetzung geführt haben.

Bis zum späten Nachmittag soll der Zugverkehr wieder normalisiert werden - auch im internationalen Zugverkehr. Auf den vier großen Budapester Bahnhöfen wurde gar nicht gestreikt, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Fernverkehr betroffen

Aufgrund des Streiks war es laut ÖBB zu Unregelmäßigkeiten im Fernverkehr gekommen: Insgesamt mussten in der Zeit von Mitternacht bis 9.00 Uhr Passagiere von fünf Zügen, die aus dem Westen über Wien nach Budapest geführt werden, in der Bundeshauptstadt auf Schienenersatzbusse umsteigen, wie eine ÖBB-Sprecherin sagte. Von Budapest in Richtung Wien waren es zwei Züge im Fernverkehr, die mit Bussen ersetzt wurden.

Laut der Sprecherin fuhr um 11.50 Uhr mit dem Eurocity 961 der erste Zug wieder regulär von Wien in Richtung Budapest ab. Der Eurocity 962, der laut Plan um 9.10 Uhr Budapest verlassen hätte sollen, fuhr aufgrund des Streiks erst mit etwa 120 Minuten Verspätung los.

"Rollender Streik"

VDSZSZ-Chef Gasko hatte im Vorfeld der Arbeitsniederlegung gefordert, die Regierung solle die geplanten Eisenbahnreform und die vorgesehene Streichung von 40 Mrd. Forint (149 Mio. Euro) für die Staatsbahnen rückgängig machen. Verkehrsminister Peter Honig bezeichnete den Streik als "verfrüht", da noch Verhandlungen mit den Gewerkschaften der Staatsbahnen über die Umgestaltung des Unternehmens ausstünden.

Mit dem sogenannten "rollenden Streik" will die Gewerkschaft Druck auf die ungarischen Staatsbahnen MAV ausüben, die laut VDSZSZ Massenkündigungen und Streckenschließungen plant. Ziel eines "rollenden Streiks" ist es, befristete Arbeitsniederlegungen in einzelnen Abteilungen bzw. Betriebsteilen nach einem bestimmten Plan vorzunehmen, und damit den Betrieb eines Unternehmens weitgehend zu verhindern. Gleichzeitig soll der Lohnanspruch des größeren Teils von Arbeitnehmer erhalten werden, da sie sich arbeitsbereit im Betrieb befinden.  (APA)

ÖBB-Informationen

MAV-Hotline für den internationalen Zugsverkehr: 00 36 1 371 94 49

 

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