Zwei Explosionen am Wochenende - Protest wegen Überflugs von israelischen Drohnen
Beirut - Israel hat den Vereinten Nationen zufolge
möglicherweise Spionagevorrichtungen im Libanon platziert und damit
das Waffenstillstandsabkommen mit dem Nachbarland verletzt. Eine
vorläufige Untersuchung zweier Explosionen im Süden Libanons am
Wochenende ergab nach Angaben der UNO-Friedenstruppen im Libanon
(Unifil), dass diese durch die Detonation von unterirdischen Sensoren
verursacht wurden. Die Vorrichtungen seien offenbar von israelischen
Streitkräften während des Krieges gegen die schiitische Hisbollah im
Libanon 2006 vergraben worden, hieß es am Sonntag in einer
Unifil-Mitteilung. Sollte sich dies bestätigen, hätte Israel damit
gegen die Resolution 1701 des UNO-Sicherheitsrats verstoßen, die den
34-tägigen Libanonkrieg gestoppt hatte.
Die beiden Explosionen hatten sich am Samstagabend und Sonntag
früh rund zwei Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt auf
libanesischem Territorium ereignet. Berichte über Verletzte lagen
nicht vor. Einem libanesischem Sicherheitsbeamten zufolge wurden die
zwischen zwei Dörfern platzierten Vorrichtungen offensichtlich von
Israel aus ferngezündet, nachdem sie von libanesischen
Sicherheitskräften entdeckt worden waren.
Israel äußerte sich nicht direkt zu den Anschuldigungen. In einer
Mitteilung des israelischen Militärs hieß es lediglich, der Vorfall
vom Sonntag beweise die Anwesenheit bewaffneter Hisbollah-Kämpfer im
Südlibanon, insbesondere in den ländlichen schiitischen Gebieten
entlang der Grenze zu Israel.
Protest nach Drohnenüberflug
Unifil erklärte zudem, beim israelischen Militär wegen des
Überflugs von Drohnen protestiert zu haben. Die unbemannten
Flugkörper seien während der Untersuchungen der UNO-Friedenstruppen
und libanesischer Soldaten im Einsatz gewesen. Die libanesischen
Soldaten hätten die Drohnen mit Handfeuerwaffen und Maschinengewehren
beschossen, hieß es in der Unifil-Mitteilung. Der
UNO-Sonderkoordinator für den Libanon, Michael Williams, sagte der
Nachrichtenagentur Reuters, der Einsatz von Drohnen sei eine klare
Verletzung der libanesischen Souveränität und der Resolution 1701 und
sei zudem "nicht besonders hilfreich in einer Zeit offensichtlicher
Spannungen im Süden".
Unifil soll Waffenlieferungen an die radikal-islamische Hisbollah
im Südlibanon verhindern. Die Friedenstruppe besteht aus 12.000
Soldaten. Ende August hatte der UNO-Sicherheitsrat den
Friedenseinsatz im Libanon um ein Jahr verlängert. Im Libanonkrieg
waren 1.200 Libanesen und 159 Israelis ums Leben gekommen. (APA/Reuters)