Um einen unkontrollierbaren Klimawandel abzuwenden, ist laut WWF-Studie nur mehr bis 2014 Zeit
Wien - Um einen unkontrollierbaren Klimawandel abzuwenden,
bleiben der Welt laut einer neuen WWF-Studie nur mehr fünf Jahre
Zeit. Damit der Temperaturanstieg auf einem Level unter zwei Grad
gehalten werden kann, müsse bis 2014 ein Umschwenken zugunsten einer
Industrie erfolgen, die weniger Kohlenstoff verbrauche, so die
Umweltorganisation in einer Aussendung. Ein rechtzeitiges Reagieren
sei noch möglich, so das Unternehmen "Climate Risk" von dem die
Berechnung stammt.
Eine Umstellung verlange anhaltendes Wachstum von sauberer und
effizienter Industrie im Bereich von mehr als 20 Prozent jährlich
über mehrere Jahrzehnte, so der WWF. Notwendig sei eine
Verminderungen der Treibhausgas-Emissionen in allen Bereichen mit
Hilfe der vollen Bandbreite an Maßnahmen: Energieeffizienz-Standards,
Einspeisungstarife für erneuerbare Energien und keine Subventionen
für fossilen Treibstoff-Einsatz. Wer sich nur auf eine Maßnahme
verlasse, werde es nicht schaffen, angestrebte Emissions-Ziele zu
erreichen.
Erneuerbare Energien
Der WWF spricht über eine notwendige industrielle Revolution hin
zu niedrigem Kohlenstoff-Einsatz. Getragen sein soll diese laut der
Studie von Zweigen wie den Produzenten von erneuerbarer Energie oder
der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft. Bei einer positiven
Entwicklung flankiert von politischen Maßnahme könnten erneuerbare
Energien zwischen 2013 und 2025 zum konkurrenzfähigen Produkt für
fossile Brennstoffen werden.
17 Billionen US-Dollar sollen die Investitionen laut der Studie
bis 2050 kosten, sieben Billionen davon benötigen die erneuerbaren
Energien. Der Nutzen soll sich schon ab 2027 rechnen, vereinzelt sei
diese bereits ab 2013 möglich.
Zwei Szenarien
Für die Studie wurden zwei Szenarien bezüglich Emissions-Reduktion
berechnet. Das Ziel war dabei eine Abnahme um 63 oder 80 Prozent bis
2050. Derzeit geht man von 463 ppm (parts per million) Treibhausgasen
in der Atmosphäre aus. Untersuchungen zeigen, dass ab einer
Steigerung über 475 ppm keine langfristige Reduktion auf 400 ppm mehr
möglich sein dürfte, so der WWF. (APA)