43. Hofer Filmtage

18. Oktober 2009, 19:37
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Ab 27. Oktober - Retrospektive für Lou Castel

Hof/Saale - Mit über 70 Spiel- und Dokumentarfilmen sowie rund 40 Kurzfilmen warten die 43. Internationalen Hofer Filmtage wieder mit einem recht umfangreichen Programm auf. Eröffnet wird eines der bedeutendsten Festivals für den deutschen Film am 27. Oktober mit dem Spielfilm-Debüt von Marc Rensing unter dem Titel "Parkuor". Filmtage-Chef Heinz Badewitz verspricht einen überragenden Streifen zum Thema Massenphänomen Eifersucht.

Das besondere Augenmerk von Badewitz gilt traditionell den Nachwuchsfilmemachern. So geben auch auch Michael Dreher mit "Die zwei Leben des Daniel Shore" und Frieder Wittich mit "13 Semester" ihr Spielfilm-Debüt in Hof. Stefan Aust und Alexander Kluge werden erstmals ihr Gemeinschaftsprojekt "Der Deutschland Komplex" auf der Leinwand des Central Cinos zeigen.

Die Retrospektive des Filmfestes ist in diesem Jahr dem Schauspieler und Regisseur Lou Castel gewidmet. Der gebürtige Kolumbianer hat bereits in den 60er Jahren mit namhaften Regisseuren in Europa, vor allem in Italien, gearbeitet. Castel wird 15 Filme persönlich in Hof vorstellen, darunter "Warnung vor einer heiligen Nutte" von Rainer Werner Fassbinder, "Nada" von Claude Chabrol, "La naissance de l'amour" ("Wenn Liebe entflammt") von Philippe Garrel und "Irma Vep" von Oliver Assayas.

Akzente will Badewitz auch wieder mit einer Auswahl deutschsprachiger Dokumentarfilme setzten. So schildern Mischka Popp und Thomas Bergmann in "Mazel Tov" das Schicksal jüdischer Zuwanderer in Frankfurt. Astrid Schult beschreibt in ihrem Film "Der innere Krieg" den Alltag verletzter US-Soldaten im US-Militärkrankenhaus Landstuhl. Der Wiener Filmemacher Werner Boote thematisiert in "Plastic Planet" die irrsinnige Produktion von Plastik auf der Welt. Schließlich unternimmt Maik Bialk in seinem Film "Die Maßnahme" den tragikomischen Versuch, Hartz IV mit "Bürgerarbeit" überflüssig zu machen.

Einer der Höhepunkte des sechstägigen Filmfestes ist am 29. Oktober die Verleihung des undotierten Filmpreises des Stadt Hof und des mit 10.000 Euro dotierten Förderpreises Deutscher Film. Rosa von Praunheim, der sich 2008 in die Reihe der namhafter Empfänger des städtischen Preises einreihte, wird bei der 43. Auflage des Festivals mit "Rosas Höllenfahrt" vertreten sein, seiner persönlichen Suche nach der Vergeltung im Jenseits.

Auf dem internationalen Programm stehen Filme aus Argentinien, Australien, Holland, Israel, Neuseeland, Österreich, Schweden, Spanien und den USA. Ein Schwerpunkt mit allein sieben interessanten Geschichten liegt in diesem Jahr auf dem Filmland Frankreich. (APA/dpa)

 

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