Kouchner für Einheitsregierung

18. Oktober 2009, 18:35
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Internationaler Druck auf Kabul wächst

Kabul - Die afghanische Regierung hat umgerechnet 27.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Verhaftung von in Kabul aktiven Taliban-Kämpfern führen. Es sei die Pflicht "jedes afghanischen Patrioten" , die Polizei über die Aufständischen zu informieren, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung des Innenministeriums. In den vergangenen Wochen wurden in der afghanischen Hauptstadt bei fünf Selbstmordanschlägen mehrere Dutzend Menschen getötet.

Zwei Monate nach der Präsidentenwahl wächst der internationale Druck zur Bildung einer Einheitsregierung. Der für Samstag erwartete Bericht der UNO-gestützten Kommission zur Untersuchung von Wahlbetrug, der über eine Stichwahl entscheiden könnte, verzögerte sich aber weiter.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner rief Staatschef Hamid Karzai und Ex-Außenminister Abdullah Abdullah auf, die Befunde der Kommission anzuerkennen. "Wir sind derzeit beunruhigt" , sagte Kouchner am Sonntag in Kabul, "weil es so aussieht, als ob nicht alle bereits sind, die Ergebnisse zu akzeptieren." Karzai und Abdullah seien aber beide zur Ausarbeitung eines "gemeinsamen Programms" bereit. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, US-Außenministerin Hillary Clinton und der britische Premier Gordon Brown telefonierten mit den beiden Rivalen, um ihre Sorge über den politischen Stillstand zum Ausdruck zu bringen. (AFP, AP/DER STANDARD, Printausgabe, 19.10.2009)

 

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