Knapper Heimsieg in rarer Partie

18. Oktober 2009, 17:30
618 Postings

Sturm fügte Rapid die erste Niederlage seit Anfang Juli zu und beendete damit die eigene Baisse der letzten Spiele. Einem grün-weißen Last-Minute-Tor wurde die Anerkennung versagt

Graz - Willst du etwas gelten, mach dich selten. Sturm und Rapid spielten zuletzt am Ostersonntag, also war die Grazer UPC-Arena am Sonntag logischerweise ausverkauft. Und die 15.300 Zuschauer bekamen eine flotte Partie zu sehen, die in der ersten Hälfte ein wienerisches Übergewicht hatte.

Rapid musste freilich schon gleich zu Beginn einen schmerzhaften Verlust hinnehmen. In der 11. Minute kam für den an den Adduktoren lädierten Markus Heikkinen Stefan Kulovits, Heikkinen ist fürs donnerstägige Europa-League-Spiel in Tel Aviv fraglich.

Abgegangen ist der Finne schon in Graz. Denn Sturm kam mit ziemlichem Elan und Esprit aus der Halbzeitpause, überbrückte das Heikkinen-lose Mittelfeld mit raumgreifenden Kombinationen und wurde in der 56. Minute entsprechend belohnt. Hölzl spielt zur Mitte, wo Beichler - unbeeinträchtigt von grünweißer Defensivarbeit - auf 1:0 stellen kann.

Eine gute Viertelstunde dauerte der Grazer Drang. Danach kam Rapid wieder zu mehr Chancen, darunter sehr gute (68. Salihi, 70. Hofmann, 72. wieder Salihi, der in der 63. Minute für Drazan gekommen war). Aber wenn etwas vernagelt ist, dann bleibt es das oft auch.

Die Rapid-Bemühungen eröffnen den Grazern im Gegenzug natürlich die eine oder andere Kontermöglichkeit. Je länger die diesmal kaum wirksame Rapid-Viertelstunde dauerte, umso bedächtiger versuchten die Grazer mit der Zeit umzugehen. So was zehrt auch ein wenig an der Moral, sodass Helge Payer auch manchmal den Verteidiger geben musste.

Sturm, am Donnerstag in Athen gegen Panathinaikos im Einsatz, fügte Rapid die erste Niederlage seit dem 1:2 in Mattersburg am 2. Juli zu. Weil nämlich der auffällige Salihi bei seinem Tor in der Nachspielzeit im Abseits stand. So sah es Schiedsrichter Schörgenhofer. Jelavic teilte diese Sicht nicht, was ihm mit einer gelb-roten Karte vergolten wurde. Sturms Trainer Franco Foda sah "in der zweiten Halbzeit ein Spitzenspiel", in dem, so Rapid-Kapitän Steffen Hofmann "wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft waren", der "ein klares Tor" aberkannt wurde. (wei, DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 19. Oktober 2009)

SK Puntigamer Sturm Graz - SK Rapid Wien 1:0 (0:0). Graz, UPC-Arena, 15.323 (ausverkauft), SR Schörgenhofer

Tor: 1:0 (56.) Beichler

Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Schildenfeld, Sonnleitner, Kandelaki - Hölzl (87. Bukva), Hlinka, M. Weber, Jantscher (78. Prettenthaler) - Muratovic, Beichler (92. Feldhofer)

Rapid: Payer - Dober, Soma, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen (11. Kulovits), Boskovic (78. Konrad), Pehlivan, Drazan (63. Salihi) - Jelavic

Gelb-Rote Karte: Jelavic (94./Kritik)

Gelbe Karten: Beichler, Prettenthaler, Schildenfeld bzw. Kulovits, Dober, Pehlivan, Hofmann, Konrad

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Sturm Graz überholt Rapid dank eines 1:0-Heimerfolgs.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Beichler, wer sonst, erzielte den einzigen Treffer gegen die Hütteldorfer.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Rapid-Stürmer Jelavic traf vorne nichts und sah in der 94. Minute die Rote Karte.

Share if you care.